eine junge dunkelhaarige Frau ist umgeben von Gedankenblasen, in jeder hat sie eine Berufsidee

Für Quereinsteiger | Bewerbung ohne passende Qualifikation

In eine neue Firma zu wechseln, heisst auch neue Perspektiven einzunehmen. In dem vergangenen halben Jahr, in dem ich bei der Baloise Blogartikel verfasst habe, ist mir in den Gesprächen eines aufgefallen. Nicht wenige KollegInnen sind in ihrem Gebiet Quereinsteiger und eben das ist gewollt. Ich selbst habe mich in meiner Laufbahn sehr geradlinig weiterentwickelt, immer anhand meiner Qualifikationen. Wie geht das aber, wenn man sagt: Ich habe wenig bis keine Ahnung von einem Job, bewerbe mich aber trotzdem! Und wie kommt es, dass Chefs Menschen einstellen, die teils keine Erfahrung für den Job mitbringen? Spannend. Hier kommen ein paar Fakten und Antworten.

Lass dich als Quereinsteiger nicht einschüchtern

Die Anforderungen in Stellenanzeigen sind nicht selten hoch. Gerade junge Menschen schrecken voller Respekt zurück und nehmen an, sie seien nicht qualifiziert. Auf den ersten Blick – und gerade für seniore Stellen – stimmt das sicher, aber generell gilt: Arbeitgeber suchen jemanden, der die Arbeit tip top erledigt. Motiviert. Mit Ideen. Eigeninitiativ. Verantwortungsbewusst. Gelingt dir das auch als Quereinsteiger bzw. überzeugst du den Rekrutierenden im Bewerbungsgespräch, werden Qualifikationen weniger wichtig.

Lösungen anbieten

Sagen wir, dich interessiert ein Job weil du vielleicht in einem Projekt mit ihm in Berührung gekommen bist oder weil er zu deinen Hobbies gehört. Allerdings fehlt dir formell die Ausbildung. Das muss nicht per se dein Aus bedeuten. Dass du echtes Interesse an der Arbeit hast, bringt dich in eine gute Startposition. Du setzt dich vorab mit möglichen Problemen im täglichen Arbeitsumfeld der annoncierten Stelle auseinander. Im Job-Interview kannst du dann mit Lösungen überzeugen. Das hebt dich von anderen Kandidaten ab und macht dich selbst als Quereinsteiger für den Arbeitgeber attraktiv. Er spürt deine Begeisterung für das Thema und wird hellhörig. Na klar, erfordert das mehr Einsatz, aber du willst diesen Job, also lohnt es sich!

Gezielter Fokus auf ausgesuchte Stellen

Viel bringt nicht immer viel. Will sagen: Nur weil du dich auf alles bewirbst, was ausgeschrieben ist, muss nicht irgendetwas davon zum Erfolg führen. Such dir gezielt, was dich interessiert – auch wenn es nicht ganz deinen Qualifikationen entspricht. Beschäftige dich explizit mit diesen Stellen! Frag dich, was deine Aufgaben sein werden! All das ist wichtige Vorbereitung, die sich im Job-Interview widerspiegeln wird. Da brennt jemand für die Stelle. Da hat sich jemand mit ihr beschäftigt und kann bereits mit Ideen auf Themenfelder eingehen. Du zeigst, dass dir die Arbeit wichtig ist und dass du in sie investierst. Das hinterlässt einen fokussierten Eindruck!

Was bringst du als Quereinsteiger ein?

Ok, die Stelle ist nicht ideal auf deine bisherige Laufbahn ausgeschrieben. Dir fehlen auf den ersten Blick Schlüsselqualifikationen, aber du hast a) gesunden Menschenverstand und b) andere Erfahrungen. Du musst sie nur mit der Stelle zusammenbringen und gut verkaufen. Warum sollen Organisationstalente sich nicht im Eventbereich zurechtfinden, nur weil ihnen die Ausbildung fehlt? Warum kann ein Zahlenjongleur nicht in der Buchhaltung anfangen – auch ohne BWL-Studium? Ich gebe zu, es braucht etwas Mut und den Willen, sich durchzubeissen. Aber nach meiner Erfahrung entwickeln wir Vieles learning by doing. Du musst natürlich wollen und man muss dich ebenso lassen bzw. dir die Chance geben.

Baloise fördert Perspektivenwechsel

Wie eingangs erwähnt: Ich treffe bei der Baloise in meinen Interviews für unsere Blogartikel oft auf Quereinsteiger. Da wird z.B. der Mitarbeitende im Kundenservice erst zum Fachspezialist und später zum Kundenberater. Oder Bereichsleiter tauschen untereinander ihre Jobs. Jetzt wirst du sagen – Klar, das ist ja eine Firma – aber ich sage dir: Der-/ oder diejenige muss sich auch auf völlig fremdem Terrain beweisen. Er/Sie fängt von vorn an, muss sich einarbeiten und lernen. Sicher bringt er/sie wertvolles Wissen aus dem alten Bereich mit. Sicher erweitert es das eigene Portfolio. Ganz sicher qualifiziert ihn/sie das in Zukunft viel breiter. Was für eine wundervolle Entwicklung! Einige Nebeneffekte kommen noch dazu. Der-/diejenige bringt eine Aussensicht ins bestehende Team, hinterfragt vielleicht und durchbricht eingefahrene Muster. Auch so etwas kannst du in deinem Bewerbungsgespräch anbringen. Als externer Neuling birgst du einen einzigartigen Mehrwert in dem dir fremden Job.

Für Hochschulabsolventen

Du hast Praktika, du hast in Uni-Projekten mitgewirkt, komplizierteste Aufgaben im Studium gelöst oder ehrenamtliche Arbeit geleistet. Verkaufe das offensiv! Du bist jung und zudem vielleicht näher am Puls der Zeit als mancher, der seit Jahren im Jobtrott steckt. Entwickle daraus sehr persönliche Qualitäten und formuliere sie entsprechend. All das ist auch eine Art Berufserfahrung. Eventuell sogar wertvolle Lebensschulung und gegebenenfalls praktischer als es manche Erlebnisse im Job je sein werden.


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