Keine Angst vor Networking! – 22 schlaue Tipps – Baloise Jobcast #9

In dieser Folge unseres Podcasts unterhalten wir uns über das Thema Networking. Dazu stellen wir 4 wichtige Fragen und geben 22 Antworten darauf. Wir diskutieren, welche Herausforderungen Introvertierte und Extravertierte beim Netzwerk-Knüpfen haben, was ein “Business Blind Date” ist und wen man beim Zugfahren alles trifft. Viel Spass!

Show Notes

Kims Rückblick auf den Baloise Karriereblog

[spp-timestamp time=”00:25″]: Besonder lesenswert sind der Traineebericht aus dem Marketing und einen Bericht von einer ehemaligen Trainee, die nun in der Geschäftsleitung assistiert. Ausserdem haben wir ein neues Video über eine Kundenberaterin aus der Romandie.

Einführung ins Networking

  1. 01:38: Networking ist das Kennenlernen von Leuten, der Beziehungsaufbau und das Aufrechterhalten dieser Beziehung über Zeit.
  2. 02:01: Bei einem Netzwerk geht es nicht nur darum, wen man selbst kennt, sondern auch darum, wen die Bekanntschaften noch kennen.
  3. 02:19: Networking hat auch viel mit Überwindungsmanagement zu tun – also dem aktiven, bewussten Prozess, neue Kontakte zu knüpfen, selbst wenn einem dies fremd vorkommt. Das ist auch von der Tagesform abhänig.
  4. 02:48: Networking ist eine Balance zwischen der privaten Welt und der Geschäftswelt: Aus Privatem kann Geschäftliches entstehen und umgekehrt.

4 Fragen fürs richtige Networking

03:22: Um richtig zu netzwerken, sollte man sich vier grundsätzliche Fragen stellen:

  1. Was ist Networking für mich?
  2. Wie schaffe ich mir Gelegenheiten zum Networking?
  3. Wie lerne ich jemanden kennen?
  4. Was passiert nach dem Networking?

Was ist Networking für mich?

  • 03:47: Networking ist Einstellungssache, auf die man sich konzentrieren sollte. Bist du introvertiert, so bedeutet das womöglich, dass du dir bewusst vornehmen musst, dein Netzwerk aufzubauen. Als Extravertierter kann deine Herausforderung sein, eine Systematik im Netzwerken zu entwickeln und dir bewusst zu werden, dass du überhaupt netzwerkst.
  • 04:30: Networking sollte langfristig ausgerichtet sein. Das bedeutet, dass du nicht erst dann damit anfangen solltest, wenn du etwas von deinem Netzwerk braucht (z.B. “Ich bin auf Jobsuche”), sondern gerade dann, wenn kein Bedarf für irgendeine Leistung besteht. Der langfristige Beziehungsaufbau sollte im Vordergrund stehen.
  • 05:00: Beim Networking geht’s ums Geben, nicht ums Nehmen – einen Wert stiften, etwas Interessantes erzählen, Gefallen tun. Dann kommen gute Dinge auch zurück. Es hilft, wenn du Networking-Gelegenheiten nicht als primär solche siehst, sondern als Chance, Interessantes und Neues (kennen) zu lernen.
  • 06:10: Beim Networking geht es nicht um Selbstvermarktung, sondern darum, Leute mit Gemeinsamkeiten zu finden.

Wie schaffe ich mir Gelegenheiten zum Networking?

  • [spp-timestamp time=”06:50″]: Geh an Konferenzen, Events oder Vorträge. Für Studenten eignen sich vor allem Karriere- und Absolventenmessen, Kontakte zu möglichen Arbeitgeber zu knüpfen.
  • 07:46: Lerne etwas Neues. Kurse, Trainings, Weiterbildungen, Sprachgruppen, Vereine, Sportgruppen bieten eine gute Gelegenheit, neue Leute kennen zu lernen. Und im Gegensatz zu Konferenzen knüpfst du hier tiefere Bekanntschaften.
  • [spp-timestamp time=”08:03″]: Gehe oder organisiere ein Meetup. Meetups sind lokale Gruppen, die sich online organisieren und sich meist spontan und informell zu einem Thema zusammenfinden. Die wichtigste Seite für solche Veranstaltungen ist meetup.com, aber es gibt auch andere Plattformen wie Eventbrite, Cookasa (gemeinsames Kochen).
  • [spp-timestamp time=”08:46″]: Lass dir jemanden vorstellen. Das geht im persönlichen Kontakt, oder man benutzt die Verknüpfungsfunktionen auf LinkedIn oder XING. Der Grund für die Verknüpfung sollte dabei ersichtlich sein. Du kannst das Vorstellen auch aktiv betreiben, indem du “Business Blind Dates” organisiert und zwei Bekannte, die sich noch nicht kennen, zu einem gemeinsamen Lunch einlädst.
  • 10:42:  Ruf oder schreib jemanden an. Wenn du die Kontaktdaten von jemandem hast, dann kannst du mit einem konkreten Anliegen die Person direkt kontaktieren – auch wenn du sie noch nicht kennst. Wenn du dir die Kontaktdaten von einem Bekannten geben lässt, dann solltest dieser zuerst nachfragen, ob das auch in Ordnung ist; dann kannst du dich auch auf diese Verknüpfung beziehen.
  • 11:42: Wenn du zufällig jemanden siehst, sprich ihn an. Manchmal ergibt sich dir die Gelegenheit, jemanden anzusprechen, von dem du weiss, wer er oder sie ist – auf der Strasse, im Zug oder an einer Veranstaltung.
  • 12:46: Tritt einer LinkedIn / XING-Gruppe bei. Dabei ist es wichtig, dass du zuerst passiv dabei bist (d.h. mitliest) und später, wenn du dich an der Diskussion beteiligt, Nützliches beiträgst (geben, nicht nehmen). Einer Gruppe beizutreten und gleich ungefragt die Werbetrommel zu schwingen ist nicht gern gesehen.
  • 13:42: Nutze private Gelegenheiten. Auch im privaten Kontext ergibt sich die Möglichkeit, neue Leute für geschäftliche Themen kennen zu lernen – z.B. an einer Hochzeit, auf einer Reise, oder an einer Party. Nichts spricht dagegen, wenn du danach einen privaten Kontakt geschäftlich weiter führst. Es könnte z.B. sein, dass ein Bekannter bei einer Firma arbeitet, über die du mehr erfahren möchtest.
  • [spp-timestamp time=”14:15″]: (Tipp für Fortgeschrittene) Halte Vorträge und produziere eigenen Content (eigene Inhalte). Wenn du die Möglichkeit hast, öffentlich aufzutreten, ist dies eine extrem gute Gelegenheit, viele Leute kennen zu lernen. Eine eigene Online-Präsenz mit Artikeln oder Designs aufzubauen ist ebenfalls eine Einladung, angesprochen zu werden. Wenn dich das interessiert, dann hör dir unsere Podcast-Folge #4 “Personal Branding” an.

Wie lerne ich jemanden an einer Veranstaltung kennen?

  • 15:43: Bereite dich vor.
    • Besonders an geschäftlichen Veranstaltungen ist es nützlich und möglich, die Teilnehmerliste vorher anzuschauen, diese etwas zu recherchieren und dir zu überlegen, mit wem du dich gerne unterhalten möchtest.
    • 16:44: Wenn dir Small-Talk über Sport und das Wetter zu seicht ist, dann schreib dir interessante (am besten kontext-bezogene) Fragen auf, die du gerne diskutieren möchtest. Selbst wenn du keine Antwort auf die Frage erhältst, erhöhst du damit die Chance, deinen neuen Bekanntschaften im Gedächtnis zu bleiben.
    • 17:48: Von polarisierenden Themen (Politik, Religion) solltest du lieber Abstand nehmen.
    • 18:04: Überleg dir, was du in einer Vorstellungsrunde erzählen möchtest. Oder aber: Nehme dir bewusst vor, nicht über deine Vorstellung nachzudenken, um spontan und locker zu bleiben.
  • 19:25: Geh auf einzelne Leute oder Zweiergruppen zu. Einzelne Personen an Veranstaltungen bieten dir eine einfache Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen. Du kannst auch zu Zweiergruppen dazustossen, zuhören und dich dann in die Diskussion einklinken (sofern die zwei auch “Aufnahmebereitschaft” signalisieren).
  • 20:32. Lass dich nicht von Leuten hemmen, die du schon kennst. Wenn du mit jemandem sprichst, den du schon kennst, dann lass dir dadurch nicht die Gelegenheit nehmen, jemanden neues kennen zu lernen. Nutze deine Bekannten oder Freunde als “Rückzugs-Inseln”, auf denen du Energie tanken kannst, aber bleib nicht an ihnen kleben. Wenn sich eine Person zu deiner Gruppe gesellt, dann signalisiere ihr mit Körpersprache, dass sie im Gespräch willkommen ist (Füsse um 45° drehen um den Gesprächskreis zu öffnen).
  • 21:55: Knüpfe Kontakte am Buffet. Essen ist ein gutes Small-Talk-Thema, um mit Leuten ins Gespräch zu kommen.
  • 22:20: Sei hilfsbereit. Wenn du jemandem hilfst – z.B. nach einem Event etwas aufzuräumen – ist dies eine Gelegenheit, jemanden kennen zu lernen und in guter Erinnerung zu bleiben.
  • 23:05: Gut zuhören ist das halbe Gespräch. Das gilt natürlich nicht nur fürs Networking, sondern für jedes Gespräch. Wenn du gut zuhörst, verstehst du deinen Gegenüber besser, es fallen dir bessere Fragen ein, und die gegenseitige Sympathie steigt.
  • 23:58: Steige richtig aus dem Gespräch aus. Gerade an Veranstaltungen, an denen das Networking im Vordergrund steht, ist es legitim, sich aktiv aus einem Gespräch auszuklinken. Dabei solltest du dich für das Gespräch bedanken, deinem Gegenüber eine gute Veranstaltung wünschen und dich richtig verabschieden. Und nicht vergessen: Visitenkarten austauschen, wenn du weiter im Kontakt bleiben möchtest.

Was passiert nach dem Networking?

  • 25:13: Nach dem Event dranbleiben. Verschicke nach dem Kennenlernen ein Mail oder eine Kontakteinladung über ein soziales Netzwerk. Dabei solltest du nicht vergessen, einen persönlichen Text zur Einladung zu schreiben (z.B. mit einem Bezug auf ein Gesprächsthema, das ihr hattet). So erinnert sich dein Kontakt besser daran, wer du bist.
  • 25:50: Nutze deine Kontakte. Ein gutes Netzwerk ist nichts wert, wenn du es nicht nutzt. Darum melde dich bei deinen Kontakten, wenn du eine interessante Frage oder ein Anliegen hast, oder schlage einen persönlichen Austausch zu einem Thema vor. Stell dir dabei vor, wie es für dich wäre, so kontaktiert zu werden – viele Leute freuen sich nämlich darüber, wenn sie als Experten in Erinnerung geblieben sind und man ihnen die Aufgabe abnimmt, selbst netzwerken zu müssen. Dabei können die Grenzen zwischen privaten und geschäftlichen Anliegen durchaus fliessend sein.

Tipps für Introvertierte und Extravertierte

  • 27:51: Timms Tipp für introvertiertes Networking: Lass dich nicht hemmen, denk nicht lange nach – nimm den Hörer ab und melde dich. Denn viel schief gehen kann dabei nicht.
  • 28:07: Kims Tipp für extravertiertes Networking: Setz dir ein Ziel fürs Networking, um das zu erreichen, was du gerne möchtest.

Abschluss

  • [spp-timestamp time=”28:50″]: Aktuell hat die Baloise 170 offene Stellen, 80 davon in der Schweiz. Unsere Stellenausschreibungen findest du unter baloise.ch/jobs.
  • [spp-timestamp time=”29:20″]: Wenn du keine Folge des Jobcast mehr verpassen möchtest, dann abonniere uns doch einfach.