Eine Grafim zeigt Zahnräder und Hände, die ineinander greifen.

Interne Politik | Grenzen und Chancen

Hast du dich schon einmal gefragt, was das eigentlich für eine Politik ist? Diese interne Politik. Wer macht sie? Welchen Regeln folgt sie? Warum existiert sie überhaupt? Letztlich geht es um Macht, um Seilschaften und um die Kunst, niemandem auf die Füsse zu treten. Interne Politik verlangt ein taktisches Gespür im Umgang mit Menschen – fernab der sachlich-fachlichen Ebene.

Abhängigkeiten | Die Grenzen der eigenen Macht

Jeder von uns braucht Allianzen für seine Vorhaben, langfristig gute Beziehungen, aus denen aktive Unterstützung resultiert. Kaum jemand kann seine Projekte gegen mögliche Widerstände vollkommen allein durchbringen. Es sei denn, du bist Chef und Tyrann, haust einfach mal drauf und nennst das Legitimation. Moralisch muss man das natürlich hinterfragen. Loyalität ist auf der hierarchisch untergeordneten Seite tendenziell wohl nicht zu erwarten. Damit deine Ideen also nachhaltig mitgetragen werden, musst du deine Schlüsselpersonen für dich gewinnen und schon sind wir bei interner Politik. Du kommst nicht drum herum.

Beziehungspflege | Stakeholder identifizieren und abholen

Grundsätzlich gilt das Gesetz der Trägheit: Jene, denen du nicht weisungsbefugt bist, müssen eigentlich gar nichts für dich tun und sie werden es vielleicht auch nicht, solange sie keinen unmittelbaren Nutzen in deinem Vorhaben für sich sehen. Deshalb gilt es, frühzeitig Bündnisse zu schmieden. Jene, die persönlicher Natur sind bzw. auf gegenseitiger Wertschätzung beruhen und andere, die du bewusst strategisch knüpfst. Beide haben ihren Wert. Aufgrund deines Netzwerkes sollte es dir leichter gelingen, deine Motive einleuchtend zu erklären und einen Nutzen für alle zu formulieren. Kennst du deine Stakeholder, kennst du ihre Interessen. Deshalb pflege dein Netzwerk an Unterstützern, halte sie auf dem Laufenden. Jedes Bündnis lebt von Kommunikation! Letztlich betreibst du Lobbyarbeit und gewinnst Andere für deine Interessen. Klassische Politik.

Kritiker und Skeptiker | Bewusst mitnehmen

Ja, sie stellen uns vor eine Herausforderung. Bedenkenträger haben immer ein “aber” parat, jedoch wird es für dich umso wertvoller sein, sie hinter dir zu wissen. Steter Tropfen höhlt den Stein. Es lohnt sich, sie immer mal wieder in deine Gedanken einzubinden, sie aufzugleisen, ihre Kritik aufzunehmen. Vielleicht ist etwas dran und vielleicht hilft dir dieser Austausch an späterer Stelle, weil du dir ihren Respekt erarbeitet bzw. ihre Position über die Zeit beeinflusst hast. Gut möglich, dass deine grössten Kritiker einmal deine besten Verbündeten werden.

Interne Politik | Motive

Warum betreiben wir interne Politik? Die Gründe sind verschieden, aber sie bewegen sich alle in einem emotionalen Spannungsfeld. Wir wollen auf einflussreiche Personen Rücksicht nehmen bzw. es uns nicht mit bestimmten Entscheidern verderben. Wir wissen, dass es uns allein an Macht fehlt. Deshalb braucht es Kooperationen. Wir machen uns Sorgen um unser Ansehen. Also, beschreiten wir ausschliesslich Wege, die wir als politisch sicher empfinden. Wir spüren bereits die Widerstände bevor sie aktiv werden und bringen unsere Vorhaben erst gar nicht auf den Weg. Jedes dieser vier Szenarien hat seine politische Dimension. Wir sind alle Teil des Spiels, auf allen Hierarchieebenen.

Interne Politik | Für und (Zu)Wi(e)der

Nun wirst du vielleicht sagen: Schön ist das nicht. Dieses ständige Vorausdenken. In Zügen wie beim Schach. Dieses Interagieren. Handlung und Wechselwirkung. Ich habe darauf keinen Bock. Ganz ehrlich: Ich kann das verstehen. Ich auch nicht. Zumindest die berechnende Komponente hat einen moralischen Nachgeschmack. Aber so funktioniert es – und zwar erstaunlich gut. Allerdings kannst du dieser Tatsache einen positiven Spin geben. Wenn du interne Politik als Chance begreifst und den Frust, den sie mit sich bringt, einmal aussen vorlässt. Es besteht die Möglichkeit, daran zu wachsen. Persönlich. Denn wir beschäftigen uns mit uns selbst und mit den Menschen um uns herum. Welche Bedürfnisse haben sie? Wo stehen sie? Wie kann mein Projekt unser aller Vorhaben werden? Im Unternehmenskontext sind es idealerweise Bündnisse für das Ziel. Statt machtpolitischer Durchsetzung geht es um Akzeptanz und Unterstützung – zum Nutzen der Firma. Darin läge im Prinzip die Rückkehr zu jener eingangs beschriebenen sachlich-fachlichen Ebene.

… und die Moral von der Geschicht?

Politik ist wie der Wind. Du kannst dich schwer dagegen wehren, aber ein Segel aufspannen. Hab stets deine langfristige Agenda im Hinterkopf. Was willst und kannst du in deiner Firma bewirken? Dahingehend baust du entsprechende Kontakte auf und erkennst deine Gelegenheiten, wenn sie sich bieten. Deine ganz persönliche schlaue Strategie.


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