Ein älterer Herr mit schwarzem Hemd und Bart steht vor einem Gang mit grauen Schränken

“Uns nimmt man erst wahr, wenn etwas nicht funktioniert.”

Seit 30 Jahren arbeitet Claude Wyss im Rechenzentrum der Baloise. Im Untergeschoss – dort, wo die Server rauschen, tausende Kabel zusammenkommen, sämtliche Daten durchlaufen. Mit seinem Team stellt er sicher, dass alle Systeme arbeiten: das E-Banking z.B. oder die Synchronisation von Daten – und zwar länderübergreifend, baloise-weit. Wichtige, gute Seelen, die wir kaum wahrnehmen.

Historische Arbeit

Als Claude mit Mitte 20 bei der Basler Versicherung als Operator begann, waren es noch Grossrechner, durch die alle Datensätze strömten. “Wir sind damals im Zweischichtbetrieb angetreten und haben uns persönlich um die komplette Nachtverarbeitung gekümmert. Alle Policen beispielsweise, die tagsüber angelegt worden waren, mussten in die Systeme eingepflegt werden. Sämtliche Aktien wurden ausgedruckt. Das ist heute unvorstellbar.” Im Zuge der Automatisierung bekam der junge Claude sein erstes Projekt: es brauchte eine zentrale Überwachung aller nächtlichen Prozesse – elektronisch, ohne das Zutun von Mitarbeitenden. “Und damit nicht genug. Immer mehr KollegInnen wünschten sich eine Automatisierung in ihrem Bereich und dadurch Arbeitserleichterung. Ein Zentralcomputer hat das irgendwann nicht mehr geschafft. Wir mussten zusätzlich viele eigenständige Server installieren. Eine riesen Herausforderung.”

Die Entwicklung stellt das Rechenzentrum vor Probleme

Mit den neuen Servern wurden die Jobs von Claude und seinen Mitarbeitenden umbenannt: ab sofort hiessen sie Systemcontroller. Alle blinkenden Lämpchen, Warnsignale etc. bedurften schliesslich einer gewissen menschlichen Kontrolle. “Ich weiss noch, als wir 2002/2003 den neuen Brandmeldealarm in Betrieb genommen haben, war das ein immenser Aufwand.”, erinnert sich Claude. “Ich bin nicht traurig, dass heutzutage teure Tools, die wir Monitore nennen, diese Überwachung übernehmen.” Das nächste Problem mit den Servern entstand durch die Wärme, die alle in Summe produzieren. “Sowas muss gekühlt werden.”, erklärt der 54-jährige. “Das ist irre teuer. Seit knapp sechs Jahren etwa gibt es bei uns nun das schöne Wort Kaltgangeinhausung. Das bedeutet nichts anderes, als dass wir die Server für sich in kleine Häuschen gesteckt haben. Seit wir nur noch die EDV und nicht mehr den Raum kühlen müssen, sparen wir 180.000 CHF pro Jahr an Energiekosten.”

Viele Stunden ohne Tageslicht

Inzwischen nennt sich Claudes Stelle Fachteamleiter RZ Management und nun kämpft er weniger mit den Servern als mit der ständig grösser werdenden Datenmenge, die wir alle produzieren und verarbeitet wissen wollen. “Viele Kabel sind schlichtweg zu alt. Sie können unser Datenvolumen, das übrigens um 25% pro Jahr wächst, gar nicht mehr bewältigen.” In der Folge wurde eine neue, leistungsfähigere Glasfaserverkabelung notwendig. Für Claude und seine KollegInnen heisst das derzeit: 13.200 Fasern mit 300 Kilometern Länge verlegen. “Das ist ein Grossprojekt mit vielen Überstunden ohne Tageslicht. Wir schaffen quasi ein Hochleistungszentrum und bauen unsere Datenautobahn von zweispurig auf vierspurig aus, um Stau zu vermeiden.”


“Die KollegInnen arbeiten den ganzen Tag im Keller. Das kann man sich bei uns oben kaum vorstellen. Wenn ein Stecker falsch sitzt, hat das eine direkte Wirkung auf uns alle. Das muss man sich immer wieder bewusst machen. Kein Kundenberater könnte seine Daten synchronisieren, niemand würde im Kundenservice anrufen wenn Claude und sein Team nicht alles am Laufen hielten. Man kann ihnen gar nicht genug Respekt und Dank entgegenbringen.”

Christian Scherer, Leiter IT Planning, Steering, Controlling


“Was mir und meinem Team wirklich Spass bringt, ist dieses Multifunktionale. Dass unsere Arbeit so breitgefächert ist und dass wir uns immer neuen Herausforderungen stellen müssen. Das hält jung.”, lacht Claude Wyss. Kontakt zu den Mitarbeitenden – seinen Kunden – hat er allerdings selten. Einerseits braucht es für die Gänge im Untergrund einen besonderen Badge und andererseits erreichen viele Probleme sein Team meist über den Help Desk bzw. telefonisch aus anderen Fachteams. Allerdings bietet die Abteilung Data Center Services, zu denen Claude und seine KollegInnen gehören, regelmässig Führungen durch ihre Arbeitswelt an. “Damit immer mehr Leute wissen, was eine Kaltgangeinhausung ist.” witzelt der Chef des Rechenzentrums. Aber im Ernst: wer einmal unten gewesen ist, wird von der Hoheit über all die Kabel beeindruckt sein und mehr wertschätzen, was unsere guten Seelen um Claude Wyss für die Baloise leisten.

Und so sieht`s bei Claude aus

 

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