eine Gruppe junger Leute sitzt um einen Bürotisch und diskutiert

Ein Schattendasein, von dem alle etwas haben | Interner Perspektivwechsel

Wir alle arbeiten täglich nur in unserem Bereich. Da sind wir Spezialisten, da kennen wir uns aus. Nun stell dir vor, du solltest sagen, was genau dein Kollege/ deine Kollegin in der Abteilung zwei Büros weiter bzw. in der Etage über dir macht. Da wird`s schon schwieriger, oder? Unsere Frage: Wäre es nicht wertvoll, etwas Einblick in das zu erhalten, was in anderen Bereichen in deiner Firma geschieht? Würde es nicht dein Gesamtverständnis für deine Arbeit und all das, was sie möglicherweise beeinflusst, verbessern? Für uns bei der Baloise heisst ein wichtiger Grundsatz: Teile dein Wissen! Lass andere daran teilhaben! Und aus diesem Gedanken entstand eine Idee.

Shadow for a day

Einen Tag lang oder über einige Stunden hinweg, schauen unsere Mitarbeitenden anderen KollegInnen über die Schulter, löchern einander mit Fragen, begleiten sich bei ihrer Arbeit. Sie sind Shadow for a day. Das kann überall stattfinden. Vielleicht möchte ein Kundenservicebetreuer mal in die Schadeninspektion schnuppern und verstehen, was z.B. mit einer Schadensmeldung nach seinem Gespräch mit dem Kunden passiert. Möglicherweise gibt es aber auch den Wunsch, als CEO in der Logistik vorbeizuschauen oder als Empfangschef im Gesundheitsmanagement zu hospitieren. Jeder entscheidet selbst, was sie oder ihn interessiert und sucht sich seine Abteilung, von der sie/ er mehr erfahren will. Dieses Projekt hat bei uns spontan verschiedene Emotionen ausgelöst: Begeisterung über diese Chance! Sorge, dass man ein falsches Zeichen an den eigenen Chef senden könnte, wenn man sich für andere Projekte interessiert. Neugier und Bestätigung, weil man vielleicht selbst schon diesen Wunsch hatte, besser bzw. breiter im Unternehmen Bescheid zu wissen.

Was bringt uns das?

Inzwischen nimmt “Shadow for a day” bei uns so richtig Fahrt auf. Immer mehr Bereiche laden ein, immer mehr Mitarbeitende nehmen die Möglichkeit wahr. Besonderes Highlight: die Teilnahme an einer Geschäftsleitungssitzung. Kein Scherz! Unsere schweizweit höchsten Führungskräfte zeigten sich grösstmöglich transparent und liessen Shadows an ihrem Austausch teilhaben. 4 Stunden lang. Dass im Anschluss noch über weitere zwei Stunden streng vertrauliche Themen besprochen wurden, die unmöglich für alle Ohren sein durften, wurde ebenso offen thematisiert. Egal wo die Shadows dabei sind, sie nehmen wichtige Einblicke mit und eben das ist gelebte Baloise-Philosophie. Hier ein paar Eindrücke.


Jonas Jatsch, Group HR Operations/ Shadow in der Geschäftsleitungssitzung

“Mein Respekt vor dem, was die Geschäftsleitung (GL) da tut und vor der Art und Weise, wie sie Entscheidungen trifft, hat sich verstärkt. Es wird keineswegs, wie man auch hört, gewürfelt oder ohne Grundlage entschieden. Da wird konstruktiv diskutiert und alle Mitglieder sind gut vorbereitet. Aber auf der anderen Seite kann die GL nur gute Entscheidungen treffen, wenn ihre Entscheidungsgrundlage gut vorbereitet wird. Mir hilft es sicher zukünftig, bei der Zusammenstellung von Präsentationen darauf zu achten, keinen Folienkrieg zu liefern. Es geht um klare, relevante Argumente, die die Gremienmitglieder auf einen guten Informationsstand bringen.”


 Daniela Fazzotta, ReInsurance Accounting/ zu Gast in der Geschäftsleitungssitzung

“Shadow for a day birgt für mich die Chance, Einblicke in andere Bereiche zu erhalten und neue Sichtweisen zu gewinnen. Live mitzuerleben, wie eine GL-Sitzung bei der Basler Schweiz abläuft, war für mich eine unheimlich bereichernde Erfahrung. Persönlich habe ich mich für die Teilnahme an einer GL-Sitzung entschieden, weil sie mir neue Dimensionen aufzeigt und ich hier Vorbilder und Ideale vorfinde, die mich in dem, was ich geschäftlich tue, bestätigen. Die Geschäftsleitung gibt die Richtungsweisung an und steht für mich für das, was ich in meinem geschäftlichen Alltag ausführe. Durch das “Shadowing” fühle ich mich in meinem unternehmerischen Denken und Handeln gefördert. Ich erfahre, wie die Organisation als Ganzes funktioniert und wie ich mich an diesem Prozess gewinnbringend beteiligen kann.”


Christine Holstein, Geschäftsführerin Perspectiva Sammelstiftung

“Ich habe schon mehrere Shadows gemacht mit dem Ziel, Abteilungen mit denen ich zusammenarbeite, besser kennenzulernen, deren Abläufe besser zu verstehen. Für mich fördert es die Zusammenarbeit miteinander – ganz nach dem Motto “put yourself in someone else`s shoes”. Es ist ein Blick über den eigenen Tellerrand hinaus und gibt mir persönlich die Chance, unseren Kunden einmal nicht nur aus der Perspektive der eigenen Abteilung zu sehen. Shadow zu sein, zeigt mir, wie wichtig es ist, immer neugierig und offen zu bleiben für Neues bzw. Anderes. Es hilft enorm, den Dialog mit anderen Abteilungen zu suchen. Genau das bringt neue Inputs und es erhöht die Vernetzung im Unternehmen.”


Martin Rodriguez, Leiter Prozesse und Support, Kundenservice Einzelleben, Operations, IT /zu Besuch beim HR Business Partner

 “Als Führungskraft habe mit den HR Business Partnern gelegentlich etwas zu tun und dennoch war mir nicht sicher klar, was alles zu ihren Aufgaben gehört. Mein Ziel war: Ein besseres Verständnis ihrer Rolle. Nach meinen Shadow-Eindrücken weiss ich, nur 10% ihrer Arbeit verteilen sich auf die Rekrutierung. Darüber war ich erstaunt. Sie vertreten uns Mitarbeitende darüber hinaus bei enorm vielen Projekten. Für mich speziell nehme ich mit, dass ich bei dem einen oder anderen Projekt einmal die Meinung eines HR Business Partners hinzuziehen könnte. Für mich hat dieser Besuch gezielt neue Impulse mit sich gebracht. Ich bin der Überzeugung, dass wir noch viel voneinander lernen können!”


Gert De Winter, Group CEO/ zu Gast im Kundenservice

“Es lohnt sich immer, andere Bereiche zu besuchen. Es war eine tolle Erfahrung. Ich habe unglaublich viele KollegInnen kennengelernt und verstehe nach meinem Shadow-Dasein z.B. viel besser die Alltagshektik der Mitarbeitenden. Ich bin schlichtweg beeindruckt von der Komplexität im Kundenservice und kann heute ihre Herausforderungen nachvollziehen. Für mich führt genau das automatisch zu intensiver Zusammenarbeit über die Grenzen hinaus. Eigeninitiative, das aktive Zugehen auf die KollegInnen, wird bei Shadow for a day belohnt.”


Katarina Dunjic, Kundenservice Nichtleben/zu Besuch beim HR Business Partner

“Ich verstehe jetzt viel besser, was ein Business Partner macht und er tut Vieles, von dem ich nicht erwartet habe, dass es zu seiner Arbeit gehört. Mich hat vor allem überrascht, wie eng die Zusammenarbeit mit den Teamleitern ist.”

 


Michael Müller, CEO Schweiz

“Für uns war sofort klar, dass wir Mitarbeitenden die Chance geben wollen, in der Geschäftsleitungssitzung einmal Shadow for a day zu sein. Es kann mithelfen, Themen in einem breiteren Kontext zu sehen und es verbindet die KollegInnen auf einer sehr persönlichen Ebene. Zudem ist es auch eine gute Gelegenheit, Leute neu kennenzulernen. All das ist wertvoll für unsere tägliche Arbeit. Auch für uns als GL war das Feedback der Shadows enorm bereichernd, ein interessanter Blick auf unser daily business. Wahrscheinlich lief die Sitzung aufgrund der Zuschauer etwas disziplinierter ab als sonst, aber insgesamt war es ein ganz normales Meeting und der Eindruck somit echt.


Career Mobility entwickelt alle weiter. Eine Überzeugung der Baloise

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