Rückenansicht mehrerer Frauen sitzend

Diversität und Gleichberechtigung | Frauen im Aussendienst

Solothurn an der Aare. An einem Tag im Spätsommer treffen sich ca. 30 Frauen aus dem Vertrieb der Baloise, allesamt in der Nordwestschweiz und dem Mittelland tätig für verschiedene Generalagenturen. Der Grund ihres Zusammenkommens: ein Bedürfnis nach Austausch. Noch immer sind sie unterrepräsentiert in einem von Männern dominierten Bereich. Ein Phänomen! – Wir verzichten an dieser Stelle auf die Sinnfrage: Warum ist das immer noch so? Die Antworten werden individuell sehr unterschiedlich ausfallen, sie sind vielschichtig und komplex. An diesem Kick Off Event soll vielmehr proaktiv ein Gedanken- und Erfahrungsaustausch stattfinden, sollen erste Ideen gesponnen werden zu den Fragen: Wie arbeiten wir besser zusammen im Aussendienst, sind enger vernetzt und stärker positioniert?

Authentizität | Sei du selbst

Zur Einstimmung in den Nachmittag erzählen die Leiterin der perspectiva Sammelstiftung Christine Holstein (50) und ihre Stellvertreterin Bojana Vukasin (34) wie sie ihre Führungsrollen leben. Zwei sehr unterschiedliche Typen, beide verheiratet und Mutter. Es geht um Erwartungen an Frauen in der Berufswelt, um Professionalität und kompetentes Auftreten, um Freiheiten, die eingeräumt werden, um den Wunsch nach einem In-Einklang-Bringen von beruflicher und privater Welt. Beide Frauen plädieren aus ihrer Erfahrung auf Authentizität. Versuch, dich nicht ständig zu beweisen! Sei du selbst! Sei nicht zu bescheiden. Zeig, was du weisst und kannst und bleibe Frau! Mit dieser Einstellung sind beide bisher gut gefahren.

Zusammenhalt stärkt alle

In einer nächsten Diskussion wird die Zusammenarbeit besprochen: Wie können die Frauen stärker voneinander profitieren? Ihre Ideen kommen schnell. Eine Plattform muss her, auf der sie sich miteinander austauschen und ein Netzwerk aufbauen können. Nicht alle kennen sich an diesem Nachmittag. Das wollen sie ändern. Zu wissen, wer wo arbeitet, wer welche Stärken und Fähigkeiten besitzt bzw. wer welche Kontakte hat, kann helfen, Dienstwege zu verkürzen und Abläufe zu optimieren. “Jede von uns kann etwas, das wir anderen nicht können”, betont eine der Damen. “Es ist entscheidend, einander besser zu kennen und voneinander zu lernen.” Regelmässige Treffen werden vorgeschlagen für einen stetigen Austausch, Unterstützung auf Führungsebene eingefordert. Jemand schlägt vor, übergreifend in den Generalagenturen auszuhelfen bei Engpässen. “Auch das erweitert unsere Netzwerke, unsere Möglichkeiten und das Verständnis füreinander.”

Aus Erfahrungen lernen

An diesem Nachmittag kristallisiert sich noch ein weiterer Wunsch heraus: “Wir müssen klarer adressieren, was uns stört.” Die Runde reflektiert. “Wir Frauen neigen dazu unsere Probleme überall zirkulieren zu lassen aber die betroffene Person selten direkt anzusprechen. Ich glaube, es liesse sich viel Groll vermeiden, wenn wir direkter kommunizierten.” Einige der Teilnehmerinnen wünschen sich, offener über Konflikte zu sprechen. Wie erleben andere Frauen ihre Arbeitswelt, in der ihr Geschlecht wenig repräsentiert ist, und in der sie sich möglicherweise doppelt beweisen müssen gegen die männliche Konkurrenz? Wie gehen andere mit Problemen um? Wie wurden sie gelöst? Es ist Konsens an diesem Nachmittag, dass ein transparenterer Austausch helfen würde.


Helena Pfiffner, Versicherungsfachfrau

 “Ich denke es ist wichtig, dass es eine Plattform gibt, wo sich Frauen austauschen können und so ev. weiterkommen. Es gibt so ev. die Möglichkeit an eine Stelle zu gelangen, welche die Mitarbeiterin weiterbringen und unterstützen kann.”

Suzanne Gobeli, Assistenz Generalagentur

 “Der Austausch zwischen Frauen ist in einem “männerdominierten” Umfeld von grosser Bedeutung. Dort können wir ohne Hemmungen und Vorurteile Themen besprechen – ohne Bemerkungen wie “typisch Frau”. Für junge Mitarbeiterinnen ist es motivierend zu hören, dass es Frauen in den Aussendienst schaffen und die Älteren geben gerne Tipps und Tricks weiter. Das Selbstvertrauen der weiblichen Mitarbeiter wird mit diesem Forum gefördert.”

 

Barbara Moursy, Kundenberaterin

“Der Anlass hatte symbolischen Charakter: Er wurde an einem wunderschönen Ort ausserhalb der “normalen” Treffpunkte durchgeführt und hat eine Basis gebildet, wo sich Frauen unter sich austauschen konnten. Es tut gut, zu spüren, dass andere Frauen ähnliche Herausforderungen durchleben und dass “frau” in gewissen Themen nicht alleine ist. Gerade in unserem Job – umgeben von praktisch nur Männern – sind wir oft Einzelkämpferinnen und haben in diesem Umfang nur selten die Gelegenheit, uns verstanden zu fühlen oder spontanen Austausch zu führen.”


Im Austausch bleiben

Als Zuhörerin an diesem Nachmittag wird spürbar wie sehr dieses Thema bewegt – die Zusammenarbeit zwischen Frauen und Männern – die Akzeptanz des weiblichen Geschlechts – speziell im Aussendienst und die unterschiedlichen Erfahrungen. Einige sind stolz, als “toughe” Frau in einem von Männern dominierten Bereich zu gelten. “Tough” – das heisst so viel wie robust, unempfindlich, durchsetzungsfähig: “Das ist ein Kompliment für mich”, sagen die einen. – “Ich möchte nicht als tough bezeichnet werden”, meinen andere. “Ich bin wer ich bin und ich möchte auch Frau sein dürfen, weil ich es bin.”

Diversität als Chance | Dranbleiben. Weitermachen.

Im Ergebnis des 1. Kick Off Women Events entstehen sehr ergebnisorientierte Ideen: Wir wünschen uns mehr Frauen im Aussendienst, die bewusst eine andere Karte spielen – spielen können – als ihre männlichen Kollegen. Es geht um Charme, Empathie und Sozialkompetenz – verschiedene Kunden reagieren auf unterschiedliche Klaviaturen. Diversität heisst das Zauberwort. Diversität als Chance. Dazu braucht es Lust und Bereitschaft von allen Seiten. Es sind jene Bedürfnisse, die sie auch an die Sponsoren des Anlasses zurückspiegeln werden. In nächsten Schritten nehmen die Damen ihre Plattform für einen gegenseitigen Austausch auf und in 2019 planen sie einen weiteren Women Event. “Dialog ist wichtig”, heisst es einstimmig. “Dialog untereinander, wie auch mit den Männern. Das Geschlecht sollte heutzutage keine Rolle mehr spielen. Was zählt, sind Leistung, Kompetenz und Engagement.”


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