Junger Mann denkt darüber nach, was in seinem Lebenslauf stehen soll

Der perfekte Lebenslauf: 9 Tipps rund um den CV – Baloise Jobcast #20

Was macht einen guten Lebenslauf aus? Wie ist ein CV aufgebaut? Was darf darin nicht fehlen, und worauf sollte man bei der Gestaltung achten? Dazu geben wir dir 9 wichtige Tipps. So sollte deine nächste Bewerbung einen guten und professionellen Eindruck machen.

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[spp-timestamp time=”0:22″]: Auf dem Karriereblog empfehlen wir:

Ist der Lebenslauf das wichtigste Dokument für einen Bewerber?

[spp-timestamp time=”1:57″]: Der Lebenslauf (auch Curriculum Vitae – abgekürzt “CV”) ist zusammen mit dem Begleitbrief das Herz jeder Bewerbung und entscheidet darüber, ob du es durch die Vorselektion schaffst oder nicht. Dein Lebenslauf sollte immer auf die Position abgestimmt sein, auf die du dich bewirbst. In dem Sinne ist dein CV bei jeder Bewerbung unterschiedlich. Der Begleitbrief wird übrigens wirklich gelesen: Viele Recruiter verschaffen sich durch das Motivationsschreiben einen Eindruck über deine Grundhaltung und Beweggründe, dich zu bewerben.

Wie und in welchem Kontext wird ein Lebenslauf gelesen?

[spp-timestamp time=”3:12″] Genau diese Frage musst du dir stellen, wenn du dich bewirbst: Wer ist die Person, die den CV lesen wird, und welche Erwartungen hat sie an Form und Inhalt deines Lebenslaufs und Begleitschreibens. Geht deine Bewerbung über den normalen Bewerbungsprozess, so wird ihn eine Person aus dem HR lesen. Bei Bewerbungen über dein Netzwerk gelangt dein Lebenslauf oft direkt an die Vorgesetzten der zu besetzenden Stelle (sog. Linienvorgesetzte).

Worauf achtet HR, worauf achten Linienvorgesetzte?

[spp-timestamp time=”4:16″]: HR-Verantwortliche und Recruiter sehen täglich viele verschiedene Lebensläufe, haben ein geübtes Auge für kritische Details und wenig Zeit, eine Entscheidung zu treffen. In diesem Fall muss deine Bewerbung vor allem klar strukturiert sein und zeigen, dass du die Anforderungen aus der Stellenanzeige erfüllst. HR prüft meist auch, ob du aus kultureller Sicht zur Firma und ihren Werten passt.

Linienverantwortliche haben meist weniger Erfahrung im Prüfen von Kandidaten als HR. In dem Fall ist es wichtig, dass du deine besonderen Fähigkeiten hervorhebst – dazu gehören auch Teamfähigkeiten – die dich von anderen Mitbewerbern und Mitbewerberinnen abheben.

Stell dir die Frage, ob dein Lebenslauf einfach nur “Datenträger” deiner Bewerbungsinformation ist (in den meisten Fällen ist das so), oder auch Ausdruck deines fachspezifischen Könnens (z.B. in Punkto Texten, Design oder Kreativität). Design sollte jedoch immer die Verständlichkeit unterstützen und nicht ersetzen. Die Kultur einer Firma sollte auch bestimmen, wie konservativ oder avantgardistisch dein CV daher kommt: Eine traditionsbewusste Rechtsanwaltskanzlei erwartet eine zurückhaltendere Gestaltung als ein junges Startup-Unternehmen.

Wie sollte ein Lebenslauf aufgebaut sein?

[spp-timestamp time=”6:56″]: Ein Lebenslauf muss folgende Abschnitte enthalten:

  1. Kontaktinformationen
  2. Arbeitserfahrung
  3. Ausbildung
  4. Kenntnisse (Sprache, IT)

Optional sind zu dem folgende zwei Punkte:

  • Persönliches Statement
  • Hobbies und ausserberufliche Engagements

Was gehört in die Kontaktinfos?

[spp-timestamp time=”8:33″]: In die Kontaktinfos eines Lebenslaufs gehören:

  • Name
  • Anschrift
  • Telefonnummer
  • e-Mail
  • Arbeitsbewilligung (falls du für die Stelle eine benötigst)

Nicht (mehr) in den CV gehören Angaben wie:

  • Religion
  • Familienstand
  • Beruf der Eltern

Gehört ein Foto in den Lebenslauf?

[spp-timestamp time=”10:30 “]: In der Schweiz enthalten die meisten CVs ein Foto, es ist aber nicht vorgeschrieben und wird üblicherweise auch nicht nachgefordert. Ein professionelles Foto kann eine Chance sein, den Gesamteindruck deines Lebenslaufs abzurunden.

Im internationalen Kontext kann es sein, dass ein Foto nicht erwünscht ist (z.B. in den USA) und kann dazu führen, dass deine Bewerbung nicht bearbeitet werden kann. Erkundige dich im Vorfeld darüber, was im entsprechenden Land erwartet wird.

Wie sollte die Arbeitserfahrung aufgeführt werden?

[spp-timestamp time=”11:47″]: Die Arbeitserfahrung in einem Lebenslauf sollte chronologisch absteigend, d.h. mit der neusten Stelle an oberster Stelle aufgeführt werden. Zu jeder Anstellung gehören folgende Angaben:

  • Anstellungszeitpunkt von-bis (Monat und Jahr)
  • Funktion / Stellentitel
  • Firma (evtl Division bei grossen Firmen)
  • Ort (evtl. Land, sofern nicht klar)
  • Beschreibung deiner Aufgaben, Verantwortungen oder Ergebnisse

Gerade beim letzten Punkt kannst du einen guten Eindruck machen, indem du zeigst, dass du die Erfahrungen mitbringst, die für die Stelle nötig oder von Vorteil sind.

Längere Festanstellungen sollten so aufgeführt werden. Bei mehreren kürzeren Nebenjobs während der Studienzeit reicht oft eine Zusammenfassung (z.B. “verschiedene Tätigkeiten neben dem Studium im Detailhandel, Produktion, Spedition”). Frag dich dabei immer, inwiefern die genaue Beschreibung der Stellen relevante Fähigkeiten unterstreicht. Weniger ist manchmal mehr.

Wie sollte die Ausbildung aufgeführt werden?

[spp-timestamp time=”16:08″]: Auch die Ausbildung solltest du chronologisch absteigend aufführen. Folgende Angaben benötigst du dazu:

  • Studienzeit von-bis (Jahr)
  • Studienrichtung und Abschluss
  • Ausbildungsstätte, Ort (evtl. Land)
  • optional: Studienschwerpunkte, sofern diese für deine Bewerbung relevant sind

Sei in deinen Studienbeschreibungen lieber sparsam, denn diese werden meist weniger genau gelesen als die Arbeitserfahrung.

Gehören Noten in den Lebenslauf?

[spp-timestamp time=”18:00″]: Wenn du einen guten Abschluss hast, kannst du den entsprechenden Notendurchschnitt in den CV aufnehmen.

Wo führt man ein Praktikum im Lebenslauf auf?

[spp-timestamp time=”19:09″]: Falls ein Praktikum Teil des Studiums war, kannst du dieses unter der Ausbildung aufführen, sonst unter Arbeitserfahrung.

Wie sollten allg. Kenntnisse (z.B. Sprachen) angegeben werden?

[spp-timestamp time=”20:01″]:  Allgemeine Kenntnisse kannst du aus zwei Gründen angeben:

  1. Um zu zeigen, dass du eine konkrete Stellenanforderung erfüllst (z.B. gute Französischkenntnisse)
  2. Um zu zeigen, dass du vielseitig interessiert oder besonders lernfähig bist

In den meisten Lebensläufen reicht die Angabe zu Sprachkenntnissen und IT-Kenntnissen. Bei den Sprachen solltest du die Muttersprache und die Sprachen angeben, in welchen du dich verständigen kannst (in absteigender Reihenfolge, wie gut du sie sprichst). Gib dabei auch Zertifizierungen an, falls du welche hast. Sind Sprachkenntnisse im Job wichtig, dann werden sie wahrscheinlich im Interview oder Telefoninterview geprüft – pass also auf, dass du keine falschen Versprechungen abgibst.

Bei den IT-Kenntnissen reicht ausserhalb von IT-Stellen die grobe Angabe von Kenntnissen der MS Office-Programme (“MS Office: Gute Anwenderkenntnisse”) und eine grobe Zusammenfassung weiterer Kenntnisse (z.B. “Grundkenntnisse in HTML, MS Access, SQL, Python”). Bei Stellen mit IT-Schwerpunkten solltest du diese genauer aufführen, vor allem, wenn spezifische Programmiersprachen oder -umgebungen verlangt sind. In diesem Fall kannst du zusätzlich punkten, wenn du Projekte im Open Source-Bereich (z.B. auf GitHub) oder Engagement in der IT-Community (z.B. an Hackathons auf StackOverflow) angeben kannst.

Angaben zu deinem Führerschein gehören nur auf den Lebenslauf, wenn dies für die Stelle relevant ist (z.B. im Aussendienst).

Was ist ein “persönliches Statement”?

[spp-timestamp time=”24:07″]: Ein persönliches Statement ist ein einleitender Text, der dich als Person mit deinem Hintergrund, Kenntnissen und Ambitionen beschreibt. Es ist die schriftliche Version eines “Elevator Pitch” – eine kurze, knackige Selbstdarstellung. Solche Statements sind typisch für englischsprachige CVs, und es ist stark vom kulturellen Kontext abhängig, ob und wie du ein solches einsetzen kannst. Auf jeden Fall solltest du dir genügend Zeit nehmen, um ein solches Statement zu schreiben – das ist nämlich alles andere als einfach.

Gehören Hobbies und ausserberufliche Engagements in den Lebenslauf?

[spp-timestamp time=”27:03″]: Mit Hobbies, Engagements und ehrenamtlichen Tätigkeiten kannst du zeigen, dass du ein vielseitiger Mensch mit Motivation bist. Konkrete, interessante Hobbies helfen dir ausserdem, im Gedächtnis zu bleiben. Wenn deine Engagements noch etwas mit der Stelle zu tun haben, kannst du damit natürlich punkten.

Von generischen Listen wie “Reisen, Lesen, Freunde” und der Erwähnung umstrittener Hobbies solltest du Abstand nehmen.

Wie soll der Lebenslauf strukturiert sein?

[spp-timestamp time=”28:44″]: Die normale Struktur eines CVs sieht folgendermassen aus:

  1. Kontaktinformationen
  2. Persönliches Statement (optional)
  3. Arbeitserfahrung
  4. Ausbildung
  5. Sprach- und IT-Kenntnisse
  6. Hobbies und Engagements

Wenn du noch in Ausbildung bist und wenig Arbeitserfahrung hast, kannst du die Ausbildung auch vor die Arbeitserfahrung stellen, speziell, wenn du dich auf Praktika, Traineestellen oder Werkstudentenstellen bewirbst.

Zusammenfassung und 9 Tipps für einen guten CV

[spp-timestamp time=”29:56″]: Dein Lebenslauf sollte möglichst kurz (maximal 2 A4-Seiten), abgestimmt auf die Stelle und gut lesbar sein sowie deine Vorzüge als Bewerber klar darstellen.

  1. Überleg dir, wer den CV in welchem Kontext und Kultur beurteilt.
  2. Mach den Beurteiler/innen die Arbeit so leicht wie möglich: Kurz (maximal 2 Seiten), gängige Struktur
  3. Lass den Lebenslauf von Anderen lesen und korrigieren. Rechtschreibfehler und Ungereimtheiten hinterlassen in jedem Dokument einen schlechten Eindruck.
  4. Sei ehrlich: Lügen oder hinzugedichtete Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrung sind tabu. Aber: Zeig dich von deiner besten Seite!
  5. Der Lebenslauf sollte keine zu grosse Datei sein (wenn möglich in PDF). Auch wenn du ein professionelles, hoch aufgelöstes Foto besitzt, solltest du das Bild komprimieren. So bleibt der Lebenslauf eine kleine Datei.
  6. Erstelle für jede Position, auf die du dich bewirbst, einen individuellen Lebenslauf und hebe die für die jeweilige Stelle wichtigen Fähigkeiten und Erfahrungen hervor. Stelle deine Persönlichkeit mit deinen Fähigkeiten und Kenntnissen, aber auch Ecken und Kanten dar. So stichst du aus der Masse hervor.
  7. Design ist kein Selbstzweck! Das Design des Lebenslauf muss die Lesbarkeit und den grundsätzlichen Eindruck unterstützen.
  8. Das Bewerbungsfoto sollte unbedingt von hoher Qualität sein. Bitte verwende kein Urlaubs-, Freizeit- oder Smartphone-Foto, sondern lass dir eins professionell erstellen.
  9. Zerbrich dir nicht den Kopf über Lebenslauf-Details. Ob dein Praktikum jetzt unter “Studium”, “Arbeitserfahrung” oder “ehrenamtliche Aufgaben” fällt, ist egal. Auch ob dein Portugiesisch auf Basis- oder leicht fortgeschrittenem Niveau ist.

Bonustipps!

Wenn du etwas mehr Aufwand für deinen Lebenslauf betreiben möchtest, empfehlen wir dir zwei zusätzliche Tipps:

  • Erstelle eine lange und eine kurze Version deines Lebenslaufs. Die lange Version verschickst du bei der Bewerbung, die kurze (1 Seite, am besten grafisch aufbereitet) nimmst du mit ins Vorstellungsgespräch und hast so einen Leitfaden für deine Kurzvorstellung.
  • Lass deinen Lebenslauf von einem Grafiker oder Designer überarbeiten – das ist eine Investition, aber die kann sich auszahlen.
  • Ergänze deinen Lebenslauf regelmässig, auch wenn du nicht auf Jobsuche bist. Dann bist du jederzeit bereit, wenn du über deinen Traumjob stolperst oder dich rasch neu bewerben musst.

Online-Tools für Lebensläufe

[spp-timestamp time=”39:16″]: Auf dem Internet findet ihr verschiedene Online-Tools, die dir helfen, einen Lebenslauf zu erstellen. Und denk daran: Auch dein LinkedIn oder XING-Profil sind ein Lebenslauf, die viele Recruiter sich im Vorfeld anschauen. Sorge dafür, dass diese auf dem Laufenden sind.

Gibt es den perfekten Lebenslauf?

Den perfekten Lebenslauf gibt es nicht – was aber perfekt sein kann ist die Abstimmung zwischen deinem Lebenslauf, deiner Person und der Stelle, auf die du dich bewirbst. Und diese Abstimmung ist für jede Stelle und jeden Menschen anders.

Zum Schluss: Du bist nicht dein CV – dein CV ist eine Art Visitenkarte, der dir eine Tür öffnen kann. Durchgehen musst du selbst. Darum: Mach dir nicht zu viel Sorgen über kleine Details, sondern achte darauf, dass du deine eigenen Stärken kennst und diese selbstbewusst präsentieren kannst.

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