eine junge Frau aus Syrien, mit langen schwarzen Haaren und einem bunten Pullover auf einer Terrasse

Deutsch lernen, Studieren, Arbeiten | Integration im Kundenservice

“Es war das beeindruckendste Bewerbungsgespräch, das wir je geführt haben.” Darin sind sich Christoph Sperle, Interims-Leiter im Kundenservice Support und Development, sowie seine Stellvertreterin Sina Simon einig. “Da sitzt diese sehr ambitionierte, extrem gut vorbereitete junge Studentin vor uns und zitiert aus dem Baloise Geschäftsbericht. Was es mit der Aussage auf Seite xy auf sich hätte? – Ganz ehrlich”, Sina muss lachen, “ich habe keine Ahnung, was genau dort steht, aber unsere Bewerberin Dina hatte sich extrem tief eingearbeitet – sogar den kompletten Geschäftsbericht gelesen. 296 Seiten. Da wussten wir, hier sitzt jemand mit sehr hohen Ambitionen und grosser Motivation. Zudem fliessend dreisprachig (arabisch, englisch, deutsch). Wir haben sie als Werkstudentin eingestellt.”

Aus Syrien in die Schweiz | Ankommen um jeden Preis

Vor zwei Jahren kam Dina Arab (23) gemeinsam mit ihrer Schwester und ihren Eltern in die Schweiz. Ihre Heimat ist Damaskus. “Aber welche Zukunft hätten wir dort?”, fragten die Mädchen ihre Mutter und ihren Vater und baten diese, mit ihnen nach Basel zu gehen. Dort lebte ihr Onkel bereits seit über zehn Jahren. “Für unsere Eltern war das schwer”, erzählt Dina in sehr gutem Deutsch, das sie erst in der Schweiz gelernt hat. “Was sollten sie im Ausland tun und wie könnten sie sich mit über 50 Jahren wirklich integrieren? Eine riesen Herausforderung.” Aber ihren Töchtern zuliebe wagten sie den Neuanfang. “Ich bin ihnen unendlich dankbar und möchte ihnen in all meinem Tun zeigen, dass ich zurückgebe, was ich bekommen habe.” Dina arbeitet hart. Seit ihrem Umzug in die Schweiz besucht sie Sprachkurse. Ihr grosses Ziel: weiterstudieren! “In Damaskus war ich bereits in meinem 4.Studienjahr, aber hier durfte ich erst zur Uni sobald ich ein gewisses Sprachlevel erreicht hatte. Das habe ich nun geschafft.”

Werkstudent | Dual lernen im Job und im Studium

Die erste Hürde hat Dina also genommen. Sie spricht deutsch – und wie. Klar, hat sie ein Akzent, aber die Grammatik sitzt. In jeder Faser ihrer Person spürt man ihren Willen, in Basel anzukommen, sich zu integrieren und zu entwickeln. Sie ist schlau, wissbegierig, ein fröhlicher Mensch mit Zielen – und die verfolgt sie. “Ich muss mein Studium selbst finanzieren, unabhängig sein von der Sozialhilfe. So will es mein Aufenthaltsstatus – also, brauchte ich einen Job”, erklärt sie. “Da passte die Werkstudentenstelle im Workforce Management der Baloise perfekt.”

Beim HEKS, einem Hilfswerk der evangelischen Kirche Schweiz, fand sie Unterstützung. “Sie haben mir bei der Bewerbung geholfen, waren meine Fürsprecher. Es ist toll, solche Menschen zu finden – gerade wenn man irgendwo fremd ist.” “Als Dinas Bewerbung bei uns eintrudelte”, erzählen Sina und Christoph, “waren wir uns unisono klar: Sie wollen wir einladen. Ihre Geschichte hat uns berührt, ihre Ambitionen waren klar formuliert. Auch im Job-Interview konnten wir spüren, wie engagiert Dina ist. Sie war mit Abstand die Beste. Solche Leute suchen wir bei der Baloise.”

Bewerbung | “Ich wollte diesen Job unbedingt.”

Heute arbeitet Dina zu 70% als Werkstudentin, verdient Geld und geht wieder studieren. Dinas Traum war es, in Syrien wie hier in der Schweiz, bei einer Bank oder einem Versicherer zu arbeiten. “Dafür tue ich alles und wenn es bedeutet, den Geschäftsbericht eines Unternehmens zu lesen.” Dina lacht. “Ich wollte diesen Job unbedingt. Ich wusste, ich muss gut vorbereitet sein. Deshalb habe ich den Job-Blog intensiv gelesen und mich mit den Geschäften sowie mit der Unternehmensphilosophie beschäftigt. Spannende Sache! Bei der Baloise geht einiges. In Sachen Zukunft und Change-Management. Das hat mich beeindruckt.” Im Kundenservice unterstützt sie die Einsatzplanung. Dabei geht es auch viel um Statistiken: Wieviel Kundenanfragen werden täglich erledigt? Wie sehen die Vorhersagen aus? Wie viele Anrufe erwarten wir heute, morgen, im kommenden Monat? “Mir macht das Spass. Es ist tatsächlich abwechslungsreich, auch wenn es vielleicht nicht so klingt.”

Integration | Engagement wird belohnt

Dina sagt über sich selbst, dass sie nach den ersten Monaten bei der Baloise zu 80% selbständig arbeitet. “Was ich nicht weiss, erfrage ich. Hier ist jeder sehr hilfsbereit. Ich bin stolz, dass ich es bis hierher geschafft habe. Viele haben zu mir gesagt, einen Job in der Versicherungs- oder Bankenbranche zu finden sei schwer, aber es ist mir gelungen.” “Dina ist sehr bescheiden”, schmunzelt Christoph. “Wir können stolz sein, so eine junge talentierte Frau für uns gewonnen zu haben. Sie ist hilfsbereit, steckt voller Ideen, treibt sie eigenständig voran – ähnlich wie ihre Träume. Sie ist mit ihrer Art eine grosse Bereicherung für unser Team.”


Mehr Baloise Geschichten. Lies weiter!