Ein Mann sitzt in einem grünen Bürosessel

“Fachlich muss ich keine Ahnung haben, mich aber schnell in neue Themen denken können” | Jobrotation bei der Baloise

Eigentlich ist Jonas Jatsch Teil des Group HR Operations-Teams als Compensation & Benefits Manager. Er ist Datensammler und – auswerter, Excel-Tabellen-Ersteller, er beschäftigt sich mit Vergütungen und Bonuszahlungen und mit dem System IPerform. Eigentlich also ist Jonas eher analytisch unterwegs, fernab des täglichen Kerngeschäfts. Seit 1.Juni aber trifft man den 36-jährigen im Lean Office. Ein völlig anderes Feld: es geht um die Optimierung von Prozessen innerhalb der Baloise, technischer, struktureller und/ oder zwischenmenschlicher Natur. Jonas Jatsch ist aktuell Jobrotierer – der Erste seiner Art bei der Basler Versicherung.

“Ich weiss, dass ich im Oktober gut zu tun haben werde!”

 Als Jonas zum ersten Mal mit der Idee eines Perspektivwechsels innerhalb der Firma bei seinem Chef Alberto Ribeiro Silveira antrat, war der hin- und hergerissen. Einerseits ein ganz klares Commitment “Mach das! Super Möglichkeit! Ganz sicher bringen deine neuen Eindrücke auch unser Team voran.” Andererseits war Jonas fest in wichtige Projekte integriert. Wer sollte ihn ersetzen, zumal es sich um einen Zeitraum von 4 Monaten drehte? “Diese Dauer ist wichtig, um reinzukommen”, sagt Jonas. “Du brauchst Zeit, um echtes Verständnis in einem neuen Job zu erlangen, um selbständig arbeiten zu können. Aber ja, ich wusste von Anfang an – wenn ich im Oktober zurückkehre, erwartet mich reichlich Arbeit.”

Balance zwischen alt und neu

Zunächst ging es darum, Rahmenbedingungen zu schaffen, die für alle in Jonas` Umfeld zu managen sein würden und die auch die Weiterführung seiner bisherigen Tätigkeit sicherstellten. Einiges an Arbeit wurde umverteilt, der meiste tägliche Emailverkehr sowie wichtige, projektbezogene Fragen blieben in Jonas` Händen, von regelmässigen Terminen wurde er frei gestellt. Nach einem Monat in der neuen Abteilung weiss Jonas sicher: es funktioniert. – Und wie läuft`s in seiner “Schnupperlehre” im Team von Rolf Gauwitz? “Es klingt vielleicht komisch, aber fachlich muss ich keine Ahnung haben. Viel wichtiger ist es, mich schnell in Themen eindenken zu können. Dass ich einige der neuen Kollegen bereits kannte, auch die Methodik mit der sie im Lean Office arbeiten, war ein klares Plus. Aber trotzdem: du bist der Neue, du stellst gefühlt 1000 Fragen und springst ins kalte Wasser.”

Erste Eindrücke des Perspektivwechsels

Zur Basler gehört Jonas bereits seit 7 Jahren. “Eine lange Zeit”, räumt er ein, “in der man ein bisschen betriebsblind wird, bestimmte Dinge zu wenig hinterfragt.” Mit dem Wechsel aber kamen automatisch neue Impulse. Jonas` Neugier auf die Welt ausserhalb des Group HR war riesig und ein Motivationsschub in den ersten Wochen spürbar. “Ich sass sofort in allen Sitzungen, habe an Workshops teilgenommen, mich als vollwertiges Teammitglied in Problemstellungen vertieft und nach deren Lösung gesucht. Plötzlich verstehe ich gewisse Zusammenhänge viel besser, ich bin direkt in Themen aus dem täglichen Versicherungsgeschäft und des Asset Management` eingebunden, und ich kann schon jetzt sagen: die neuen Eindrücke entwickeln mich auch für meine eigentliche Position weiter.”

Für und Wider interner Mobilität

 “In jedem Fall muss man sich selbst einbringen”, betont Jonas. “Wer sich zurückhält, rutscht in die passive Praktikantenrolle und nimmt sich bzw. seinem neuen Team eine seltene Chance.” Was er meint ist: interne Mobilität funktioniert wechselseitig. Idealerweise bietet sie allen einen Mehrwert – dem Team, das Zuwachs auf Zeit bekommt, damit neuen Input und eine Aussensicht auf die eigene Arbeitsweise – und dem Jobrotierer. “Ausserdem”, legt Jonas nach, “muss man mutig sein. Manche nehmen an – aha, der ist wohl nicht mehr motiviert und will wechseln. Für mich aber kann ich sagen: ich bin im Oktober gern und mit neuen Eindrücken zurück im Group HR.”

Empfehlen oder Abraten?

Wer sich mit Jonas über seine Erfahrungen austauscht, spürt unmittelbar wie dankbar er für die Möglichkeit dieses Perspektivwechsels ist, wie sehr er ihn auch persönlich voranbringt. Jonas ist der Pionier und er hofft, dass sein Beispiel in zwei bis drei Jahren bei der Baloise völlig gängig sein wird. “Ich für mich habe gelernt, dass jemand auch mal für eine Weile fehlen darf und dass seine Lücke auf Zeit geschlossen werden kann. Es ist nicht verkehrt, sich manchmal zu fragen: “Schaue ich nur auf Weiterentwicklung in meinem eigenen Bereich oder kann ich meine Fähigkeiten auch ganz woanders im Unternehmen einbringen?”


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