Porträt von Corina Caduff, einer berufstätigen Mutter.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie – Dank Gleichberechtigung und Zusammenhalt

Corina, bitte stell dich kurz vor und erzähle uns etwas zu deinem beruflichen Werdegang.

Mein Name ist Corina Caduff, ich bin 31 Jahre alt und habe einen anderthalbjährigen Sohn Namens Eliah.

Ich habe an der Universität Basel Wirtschaft studiert und mit einem Master in Finance, Banking und Controlling abgeschlossen. In das Berufsleben startete ich als Trainee bei der Baloise. Nach dem Traineeprogramm arbeitete ich als strategische Assistenz des Leiters der Alternativen Vertriebskanäle. Diesen September wechselte ich erneut meine Position intern und bin nun verantwortlich für die Steuerung und Prozesse der baloisedirectline*.

Du hast einen Sohn. Arbeitest du daher Teilzeit?

Ja, ich arbeite 70%. Meine Arbeitszeit kann ich sehr flexibel einteilen. Meistens bin ich drei Tage die Woche im Büro, wenn auch nicht immer an den gleichen – dies variiere ich je nach Terminen. Zudem arbeite ich an den anderen beiden Tagen häufig von zu Hause aus, während mein Sohn seinen Mittagsschlaf macht oder abends. Wenn es notwendig ist, komme ich aber auch an vier Tagen ins Büro.

Job und Familie – wie bringst du dies unter einen Hut?

Mit Hilfe der ganzen Familie. Mein Mann arbeitet 80%. Er übernimmt somit einen Tag der Kinderbetreuung. Aber auch sonst teilen wir uns die Aufgaben als Eltern. Diese Gleichberechtigung in unserer Beziehung schätze ich sehr. Ausserdem unterstützen uns unsere Eltern, indem sie Eliah an den anderen Tagen betreuen und uns viele weitere Aufgaben abnehmen.

Wie wirst du von deinem Arbeitgeber unterstützt?

Die Baloise unterstützt mich durch die Möglichkeit, Teilzeit zu arbeiten. Und natürlich durch die flexiblen Arbeitszeiten sowie die Chance, im Home Office tätig sein zu können. Zudem hat die Baloise eine firmeneigene Kinderkrippe.

War es für dich von Anfang an klar, dass du nicht 100% Mami sein möchtest?

Ich bin von ganzem Herzen Mutter. Somit denke ich schon, dass ich zu 100% Mami bin. Ich bin einfach nicht 100% meiner Zeit vor Ort bei meinem Kind. Dies zum einen aus finanziellen Gründen, zum anderen auch, weil ich gerne arbeite und Energie daraus ziehe. Für mich und meine Familie stimmt es so. Das heisst aber nicht, dass meine “Lösung” für alle Familien die richtige ist. Das muss jede Familie für sich selbst entscheiden. Unser Entscheid wurde sicherlich durch die bei uns vorhandene Lohngleichheit unterstützt. Mein Mann und ich verdienen annähernd gleich viel, daher spielt es finanziell keine Rolle, wer von uns reduziert. Dieser Fakt unterstützte uns darin, ein Modell zu wählen, welches für uns beide richtig ist.

Welche Verbesserung wünschst du dir hinsichtlich der Vereinbarung von Beruf und Familie?

Ich denke, dass betreffend Flexibilität noch ein grosses Umdenken stattfinden muss. Einerseits sollten meiner Meinung nach mehr Teilzeitstellen für gut ausgebildete Personen – Mann und Frau – ausgeschrieben werden. Hier muss sich zuerst in den Köpfen von uns allen etwas ändern. Denn solange es Grundvoraussetzung ist, dass für eine Karriere 100% oder am Besten noch mehr gearbeitet werden muss, wird es schwierig Familie und Beruf in Einklang zu bringen.

Andererseits müssen flexible Arbeitszeitmodelle ermöglichen, dass die Arbeitnehmer(innen) sich ihre Arbeit grösstenteils selber einteilen können. Einführung von Mailsperren zu Randzeiten, wie es einige Politiker fordern, gehen aus meiner Sicht genau in die gegenteilige Richtung.

Anmerkg. der Red: Die Baloise hat sich über die Zeit sehr verändert, ihren Mitarbeitenden zugehört und nachgebessert. Lies, was Mütter und Väter in 2018 sagen 🙂

Gibt es einen Tipp, den du einer jungen Mutter mitgeben möchtest?

Sie soll ihr Arbeitspensum so aussuchen, dass es für sie und ihre Familie stimmt ohne die gesellschaftlichen Erwartungen erfüllen zu wollen. Und sich zwischendurch Zeit nur für sich nehmen, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben.

Vielen Dank für das offene Gespräch!
Sandra

*Die Mitarbeitenden der baloisedirectline beraten die Baloise Kunden – im Gegensatz zum klassischen Aussendienstmitarbeiter –  am Telefon.


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