eine kurzehaarige, blonde Frau Anfang 50 in grauem Pullover vor roter Wand

Perspektivwechsel mit 50 Jahren? | Rückkehr zu Vollzeit

Sabine Reisinger ist 50 Jahre alt und im April werden es sechs, in denen sie für die Basler Versicherungen arbeitet. Bis zuletzt waren es 80% Teilzeit, in denen Sabine für das Sekretariat unseres Geschäftsleitungsmitgliedes Wolfgang Prasser, dem Leiter Produktmanagement Privatkunden zuständig war. Im vergangenen Dezember spürte sie aus verschiedenen Gründen, 80% sind nicht mehr genug. Sie wünschte sich eine Rückkehr zu Vollzeit und über diesen Gedanken fand Sabine für sich ein völlig neues Arbeitsmodell.

Rückkehr zu Vollzeit | Aus 80% werden 2 x 50%

Ende 2016 musste Sabine zunächst einmal einsehen: Einfach so aufstocken auf 100% – das geht nicht. Das gab ihr alter Job nicht her und deshalb wurde es intern nötig, sich einmal umzuhören. “Nach sechs Jahren Zugehörigkeit bei der Baloise”, erzählt Sabine, “bin ich natürlich gut vernetzt und habe immer wieder von der ein oder anderen Vakanz erfahren. Plötzlich tat sich eine Stelle 50% bei uns im Beschwerdemanagement auf. Das fand ich spannend.” Sabine fragte also ihren Chef, ob sie nicht die Arbeit für ihn auf 50% reduzieren und -mit der anderen 50% – Stelle addiert- zu einem Vollzeitjob zurückkehren könne? Gar kein Problem, hiess es da und plötzlich hatte Sabine effektiv zwei Jobs.

 

Wolfgang Prasser, Leiter Produktmanagement Privatkunden

“Sabine wollte ihr Pensum erweitern und die Sekretariatsstelle bei mir hätte dafür allein nicht gereicht. Im Beschwerdemanagement gab es wiederum Bedarf nach einer Teilzeitstelle und so haben wir eine optimale Lösung für alle Beteiligten gefunden. Sabine konnte ihr Pensum aufstocken, fand ihre Chance auf eine Rückkehr zu Vollzeit, und uns war es möglich, zwei Teilzeitstellen zu besetzen. Obendrein gewinnt Sabine auch noch Abwechslung mit ihren zwei verschiedenen Aufgaben. Win-win-win!”

 

Vormittags Sekretariat – nachmittags Beschwerdemanagement

Zwischen 7 und 8 Uhr beginnt Sabines Tag – im 3.Stock, Zimmer 346, im Vorzimmer von Wolfgang Prasser, gemeinsam mit drei Kolleginnen. Dann führt sie seinen Kalender, organisiert Sitzungen und Workshops, meldet seine Besucher an, kümmert sich um die Spesenabrechnung, um seine Mails und Anrufe und natürlich kocht sie auch mal Kaffee. So ist das als Sekretärin. Mittags kommt die Pause mit dem Lunch. “Danach”, beschreibt Sabine weiter, “wechsle ich das Büro und gehe rüber ins Zimmer 326. Das ist aber mehr Zufall, dass meine beiden Jobs auf einer Etage stattfinden. Beim so genannten Touchpoint & Beschwerdemanagement sitze ich in einem Grossraumbüro mit etwa 10 Leuten. Es wird laut kommuniziert, wir vereinbaren, wer welche Fälle übernimmt und telefonieren.”

Jede Arbeit an ihrem Platz

“Dass ich das Büro wechsle und vor Ort jeweils die Arbeit mache, die räumlich auch dorthin gehört, ist für mich wichtig”, betont Sabine. “Ich möchte keine Extrawurst. Die Briefe mit den Beschwerden bei uns im Sekretariat zu beantworten, würde sich für mich wie Home Office anfühlen. Das passt nicht zu mir. Ich möchte die Atmosphäre beider Jobs spüren, mit den KollegInnen interagieren. Vieles lässt sich so auf kurzem Weg besprechen. Ich gehöre zu zwei Teams und das fühlt sich gut an.” Wann Sabine welche Arbeit erledigt, wäre letztlich egal. “Ich habe zwei tolle Chefs”, betont sie. “Sie lassen mir freie Hand und Vertrauen mir, dass am Ende des Tages alle Arbeit erledigt ist.” Das Umschalten von einem Job zum anderen, bereitet ihr keine Schwierigkeiten.

Rückkehr zu Vollzeit | Persönliche Weiterentwicklung

Sabines Arbeit am Nachmittag gestaltet sich im Lesen von Briefen. Die meisten Beschwerden senden Kunden tatsächlich mit der Post. Dann gilt es, sie zurückzurufen. “In der Regel”, verrät Sabine, “fühlen sie sich wertgeschätzt, wenn wir uns persönlich melden. Ihr erster Ärger ist oft schon mit dem Schreiben ihrer Briefe verraucht.” Die allermeisten Telefonate verlaufen sehr lösungsorientiert. Beide Seiten verabschieden sich mit einem guten Gefühl. “Wir im Beschwerdemanagement werden als neutrale Stelle wahrgenommen. Das hilft.” Sabine schmunzelt. “Am Anfang war ich nicht selten viel zu streng mit unseren Kunden”, gesteht sie ein. “Wenn jemand etwas gegen die Basler sagt, fühl ich mich fast mit angegriffen. Ich musste also erstmal lernen, diesen Schritt zurückzutreten. Für mich ist das eine Art Weiterentwicklung! In meinem Sekretariatsjob spielte so etwas keine Rolle.”

Perspektivwechsel mit 50 Jahren

Wer Sabine zuhört, spürt ihre Dankbarkeit. Dass sie mit 50 Jahren die Chance bekam, aus einer gewissen Monotonie zu entfliehen und obendrein neue Eindrücke sammeln zu dürfen, ist ein riesen Glück. Auch, dass es die Möglichkeit auf Rückkehr zu Vollzeit gab. “Meine Tage vergehen schneller als vorher. Ich konnte meinen Horizont über unser Geschäft noch einmal erweitern und hatte dabei keinen Schulungsdruck. Das hätte ich in meinem Alter nicht mehr so gern gewollt. Es war ein sanfter Wechsel.” Manchmal bemerkt sie wie hilfreich ihr Netzwerk aus sechs Jahren Sekretariatsarbeit sein kann. Zu einigen Beschwerden weiss sie adhoc den richtigen Ansprechpartner und findet so sehr schnell zu einer Lösung. “Mir ist es in meinem Alter wichtig, a) Arbeit zu haben und b) diese zufrieden verrichten zu können. Mit meiner 50/50 Lösung ist mir das absolut gelungen. Ich möchte nichts mehr ändern.”

 

Sacha Truffer, Leiter Kundenzufriedenheit

Die beiden Tätigkeitsfelder von Sabine behindern sich in keiner Weise. Im Gegenteil. Durch die Kontakte im Sekretariat und das damit verbundene Netzwerk, kann Sabine sehr einfach auf wichtige Ansprechpartner in Beschwerdefällen zugehen. Das macht viele interne Abklärungen leichter, und sie erweitert damit auch das Netzwerk des Beschwerdemanagements. Umgekehrt kann Sabine z.B. bei personellen Engpässen wegen Ferien oder Krankheit auch ausserhalb der üblichen Zeiteinteilung für das Sekretariat von Wolfgang Prasser zur Verfügung stehen.  All das ist aber nur möglich, weil alle Beteiligten sehr unkompliziert und pragmatisch mit der Situation umgehen. Angefangen bei Sabine, aber auch im Zusammenspiel zwischen Wolfgang Prasser und mir und nicht zuletzt auch mit HR. Für mich ein gutes Beispiel wie wir intern agiler werden.


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