Zwei Frauen, eine blond, eine dunkelhaarig, lachen an ihrem Arbeitsplatz

“Wenn du etwas bekommst, gibst du gern” Jobsharing bei der Baloise

Eine Firma, ein Job, zwei Mitarbeitende – und trotzdem bleibt nichts liegen, stimmen sämtliche Absprachen, gibt es immer einen zuverlässigen Ansprechpartner. Jobsharing nennt sich dieses Konzept – je zu 50% wird die Stelle von zwei KollegInnen ausgefüllt. Letizia di Benedetto Sjöström und Kathrin Scheuring Zittel arbeiten seit sieben Jahren in der Rechtsabteilung der Baloise und mit eben dieser Aufteilung. Es klappt wunderbar.

Wunsch und Wirklichkeit

Nachdem Letizia di Benedetto Sjöström bereits zwei Jahre zur Baloise gehörte, wurde sie schwanger und konnte sich als Mutter nicht mehr vorstellen, 100% in den Job zurückzukehren. Teilzeit, eine Reduktion ihrer Arbeit um die Hälfte, erschien ihr für sich ganz persönlich als das Ideal. Aber wie umsetzen? Welcher Arbeitgeber spielte in ihrem Sinne mit und wer sollte die anderen 50% ihres Jobs übernehmen? Über drei Ecken erfuhr Letizia von einer Kollegin, die damals noch täglich zwischen Basel und Zürich pendelte, die diese Reisen gern einstellen und ebenfalls auf 50% reduzieren wollte. Kathrin Scheuring Zittel. Was für ein Glücksfall, oder?! Für die Damen ja, für die Baloise nein. Denn die hatte als Arbeitgeberin einem solchen Jobsharing unter Anwältinnen noch nie zuvor zugestimmt und zeigte sich skeptisch.

Wir waren die “Erstgeborenen” und mussten uns viel erkämpfen

“Als Kathrin und ich uns privat zu dieser Aufteilung entschlossen hatten, begann die eigentliche Überzeugungsarbeit. Die Argumente gegen uns schienen anfangs sehr stark.”, erinnert sich Letizia. “Wie können zwei Menschen gleichberechtigt und ebenso aussagekräftig in einem Job stecken? Gerade wenn sie zu unterschiedlichen Zeiten arbeiten würden. Wo fände die Abstimmung statt und was sei mit Fehlzeiten wie Krankheit? Wer würde das auffangen?” Kathrin ergänzt. “Wir mussten uns einen wasserdichten Plan zurechtlegen.” Dieser Plan sah vor, dass die eine Montag und Dienstag im Büro sein würde, die andere Donnerstag und Freitag. Mittwochs waren gemeinsame Anwesenheitszeiten geplant – für das gegenseitige Aufgleisen. “In Sachen Krankheit oder Urlaub war uns von Anfang an klar, dass wir würden liefern müssen.” Das ist Kathrin noch sehr präsent. “Wir haben beide Familien, sind beide auf die Ferienzeiten angewiesen. Wir müssen immer Kompromisse finden und ganz sicher für die andere einspringen wenn sie spontan fehlt. Da gab und gibt es kein Pardon.”

Aus Kolleginnen wurden Freundinnen

Ganz offenbar waren die Argumente der beiden Damen so gut, dass ihr damaliger Vorgesetzter ihrem Vorhaben zustimmte und jenes Experiment einging. “Wir sind ihm bis heute unheimlich dankbar.”, sagt Letizia. “Über die Arbeit sind wir Freundinnen geworden und ich glaube das macht uns so stark wie verlässlich. Wenn Kathrin mich privat aus dem Büro anruft, denke ich nicht – Oh Mann, jetzt nicht schon wieder die Arbeit –, sondern ich freue mich regelrecht, ihren Namen im Display zu sehen und ihr im besten Fall helfen zu können.” “Genauso ist es umgekehrt”, bestätigt Kathrin. “Die Juristerei ist in dem Sinn keine Wissenschaft, bei der es nur eine Lösung gibt. Das heisst, wenn ich einen Fall bearbeite, kann es mehrere Beurteilungen geben. Es ist immer hilfreich, Letizia nach ihrer Meinung fragen zu können.”

Jobsharing auch privat

Natürlich kommt es vor, dass berufliche Termine länger dauern als Letizia und Kathrin ihre Arbeitszeit geplant hatten. Aber auch dann können sie sich aufeinander verlassen. “Es kam vor”, sagt Letizia, “dass ich Kathrin bitten musste, meine Kinder mit zu nehmen, weil ich es einfach nicht schaffte, sie rechtzeitig abzuholen, und das hat sie gemacht.” Grosses Gelächter im Raum. Man merkt, die beiden sind sehr vertraut miteinander und das macht sie unangreifbar. Sie gehen konstruktiv miteinander um, verzichten auf Egoismen, unterstützen sich und schätzen ihre Flexibilität. “Das bringt uns voran. Zu wissen, was wir haben.”, bekräftigt Kathrin voller Überzeugung. “Wir können nach unseren Vorstellungen Teilzeit arbeiten, in einem spannenden Bereich, wir nehmen den Zusammenhalt als Freundinnen mit in den Job und sind einfach dankbar. Ich glaube in dieser tollen Atmosphäre sind wir die loyalsten Mitarbeitenden, die sich ein Arbeitgeber wünschen kann. Wenn du etwas bekommst, dann gibst du auch gern. Win Win!”


“Mit ihrer Flexibilität und Erfahrung, ihrem überdurchschnittlichen Einsatz und ihrer Loyalität dem Arbeitgeber gegenüber beweisen Letizia und Kathrin eindrücklich, dass das Modell “Jobsharing” funktionieren kann – dies auch bei hochqualifizierten Tätigkeiten. Wir bei Recht und Steuern sind überzeugt, dass ein moderner Arbeitgeber offen sein muss für flexible Arbeitsmodelle – nur so können erfahrene, qualifizierte Kolleginnen wie Kathrin und Letizia, welche nicht nur Juristinnen, sondern auch Mamis sind, für die Baloise gewonnen werden.”

Stefan Thomann, Leiter Recht Schweiz


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