Der Group Chef der Baloise lehnt auf seinem Schreibtisch, vor ihm eine Flasche Bier

“Hinhören und mitnehmen, was funktioniert und was nicht”

“Wenn die Nachrichten bei den Mitarbeitenden in Umlauf gehen, sind sie rot. Wenn sie mich in der 7.Etage erreichen, mindestens orange oder sogar grün. Das heisst, ich erfahre nicht, was wirklich im Haus passiert – und das sollte sich ändern.” Als Gert De Winter im Januar 2016 der neue Baloise-CEO wurde, kannte er niemanden. “Ich wollte unbedingt netzwerken, auf die Menschen zugehen, hinhören und mitnehmen, was funktioniert und was nicht. Ich möchte nicht über den Dingen schweben, sondern mittendrin sein.”

Frühstück oder Feierabendbier?

Die Idee war klar: Gert wünschte sich einen direkten Austausch; aber was würde bei den Mitarbeitenden besser ankommen? Eine Einladung zum Zmorge-Kaffi  oder auf ein Feierabendbier? Einen Gedanken später war diese Frage beantwortet: “Ich komme aus Belgien und deshalb lade ich die Kollegen zum Leffe ein.” Seitdem veranstaltet Gert De Winter etwa alle zwei Wochen seinen “Belgischen Bierplausch” mit Obergärigem aus der Abtei und Snacks sowie je 7 bis 10 Mitarbeitenden verschiedenster Abteilungen. Auf diesem Weg hält er Kontakt und ermuntert seine Gäste, offen zu erzählen. Gutes wie Schlechtes. Los geht es immer mit einer kleinen Vorstellungsrunde. “Ich weiss noch als Kind”, sagt Gert, “hatte ich übles Lampenfieber wenn ich vor anderen sprechen musste. Ein bisschen ist das noch heute so. Die ersten Sekunden bin ich aufgeregt, das Feierabendbier zu eröffnen, dann entspanne ich mich. Vielleicht auch dank des Leffe”, witzelt er. “6% sind eben 6%.”

Gute und schlechte Nachrichten in Balance

Gert versteht diese Feierabendrunden einerseits als Austausch mit ihm, andererseits als bereichsübergreifendes Forum für die Eingeladenen. “Wenn alle munter miteinander diskutieren, lachen, offen unterschiedliche Erfahrungen einbringen, gefällt es mir am besten.” Die Durchmischung der Kollegen und Kolleginnen ist zufällig und immer anders. Anmeldungen laufen über das Baloise-Intranet. So gehen manche Nachmittage sehr entspannt vorüber, wenn sich nur zufriedene Basler zusammenfinden. Es gibt aber auch die gegensätzliche Dynamik. “Es kommt vor, dass einer meiner Gäste Missmut äussert – so wie ich das ja auch will – aber das öffnet ein Ventil. Im Nachgang trauen sich auch die anderen und schon sprechen wir nur noch über Dinge, die nicht funktionieren. Ja, ich möchte von diesen Ecken und Kanten hören, aber ich gehe natürlich frustriert und mit dem Gefühl nach Hause. Mist! Wir sind auf einem guten Weg, aber alles läuft eben doch noch nicht.”

Nicht alles ist lösbar – auch nicht für den Group Chef

Gert De Winter geht es darum, mit seiner belgischen Bierrunde Wertschätzung zu zeigen – für seine Mitarbeitenden und ihre Arbeit. Ich möchte sagen, meine Tür steht offen und wir reden auf Augenhöhe, aber”, und das ist dem 50- jährigen wichtig, “ich kann nicht alle Probleme lösen. Es ist schon so, dass ich nach unserem Feierabendbier auf die zuständigen Kollegen und Kolleginnen zugehe, in deren Verantwortungsbereich angesprochene Dissonanzen liegen, aber nicht immer kann man sofort nachbessern. Manches dauert.” Dann flitzt ein Lächeln über Gerts Gesichtszüge, ein bisschen Stolz, denn natürlich gibt es ebenso Themen, die sich zum Guten verkehren liessen. “Unsere Lernenden haben mich wissen lassen, dass sie sich das Essen in der Kantine nicht leisten können. Inzwischen haben wir die Preise für sie angepasst. Ich bin mir bewusst, ein Ideal ist nicht zu erreichen, aber ich möchte immer versuchen, ihm näher zu kommen.”


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