eine ältere Frau mit roten, schulterlangen Haaren schaut zur Seite, lacht und steht vor einem bunten Bild

“Ich fühle mich manchmal wie ein Dinosaurier” | Gute Seele in Solothurn

Susanna Walser ist 63 Jahre alt, Sachbearbeiterin und gute Seele bei der Baloise Bank SoBa in Solothurn. Angefangen hat alles 1977 in einer Zeit, in der Frauen noch keine Kredite bekamen, Bankkarten Zukunftsmusik waren und Susanna auf einer elektrischen Schreibmaschine tippte. “Vieles in meinem Job hat sich seitdem verändert. Es ist verrückt, wenn ich mir das bewusst mache”, sagt sie. “Ich fühle mich manchmal wie ein Dinosaurier.”


Fredy Scheidegger, Team Fertigung Kundenservice-Center Solothurn

“Susanna musste in all den Jahren sehr flexibel sein. Immer wieder hat sie umgelernt, ist mit der Zeit gegangen, hat sich neue Techniken angeeignet. Auch wenn sie vielleicht das Gefühl hatte, etwas nicht mehr zu schaffen, sie gab nicht auf. Das finde ich respektabel. Toll! 

Sie ist ein absolutes Vorbild für uns alle und eine gute Seele. Unsere Kunden liegen ihr am Herzen. Sie engagiert sich, möchte für alle einen schnellen, reibungslosen Ablauf garantieren. Nicht selten beschäftigen sie die Kundenanliegen noch daheim. Ihren Anspruch an sich selbst überträgt sie gern auch auf uns. Dann fordert sie uns regelrecht heraus. Alles soll möglichst sofort erledigt sein – im Sinne der Kunden. Da ist sie hartnäckig und das sage ich mit einem sehr liebevollen Unterton. Susanna hat immer gute Laune und tut uns einfach gut.”

 


Susannas Anfänge

“Ich habe meinen ersten Tag bei der Baloise nicht vergessen. Die Räume in Solothurn sahen in den 70ern anders aus als heute. Es gab mehrere kleine und keine Grossraumbüros. An Computer war nicht zu denken.” Als Sachbearbeiterin war Susanna damals vor allem mit der Bearbeitung von Kredit- und Hypothekardossiers sowie mit der Vergabe von Kleinkrediten beschäftigt. “Der Kontakt war damals noch sehr direkt. Ich kannte viele Leute persönlich, konnte jedem Namen ein Gesicht zuordnen. Das ist heute nicht mehr so.” Man spürt ein bisschen Wehmut, der in Susannas Worten mitschwingt. Dann aber lacht sie und erinnert sich weiter. “Anfang der 80er stand plötzlich ein Computer in unseren Büroräumen. Komplett verwaist. Alle hatten Respekt vor ihm. Keiner wollte damit arbeiten.”

Neue Herausforderungen

1981 verliess Susanna die Baloise, um mit den beginnenden 90ern zurückzukehren. “Es gab nun eine Service Line für das Bankgeschäft. Das war unser Call Center und insofern herausfordernd, als dass alle durcheinander telefonierten. Eine immense Geräuschkulisse.” In Susannas Gesicht streiten zwei Emotionen in Erinnerung an jene Zeit. Einerseits sind es sehr positiv besetzte Gedanken an ihre Kunden – stets verbunden mit dem Wunsch, sie alle zufriedenstellen zu wollen. Andererseits spürt man ein gewisses Durchatmen, dass diese Zeit mit all den Telefonaten und den auf sie einprasselnden Informationen vorbei ist. Vor zwei Jahren wurde in Solothurn umstrukturiert. Susanna wechselte das Team. “So viel Freude mir das auch damals gemacht hat, ich bin froh, heute ungestört arbeiten zu können. Vielleicht ist das auch ein bisschen meinem Alter geschuldet”, schmunzelt sie.

Nicht nur ein Job

Susannas Anspruch war es immer, dass die Sachen, die sie tagesaktuell erreichten, sofort bearbeitet wurden. Damit fordert sie ihre Kollegen bis heute. “Manchmal ärgere ich mich wenn andere nicht korrekt arbeiten oder nicht sofort agieren. Das geht zu Lasten unserer Kunden. Dann werde ich ungeduldig und treibe alle um mich herum an.” Fredy, der das Interview mit Susanna begleitet, lacht. “Wir kennen Susanna so lang und wissen, dass sie es gut meint. Es ist spürbar wie wichtig ihr die Kunden sind. Ich glaube, niemand nimmt es ihr übel, wenn sie dann ein bisschen forscher mit uns umgeht. Sie hat ja Recht.” Susanna gibt noch etwas von sich preis: “Manche unserer älteren Kunden rufen jeden Monat an, und wollen wissen, wann ihre Rente überwiesen wird. Sie leben von der Hand in den Mund. Das lässt mich nicht kalt und von solchen Geschichten habe ich viele gehört.”

Endspurt Richtung Pension

Heute beschäftigt sich Susanna z.B. mit Zahlungsaufforderungen von Betreiberzentren, mit Vormundschaften und Reklamationen, sie erstellt u.a. auch Zugriffe beim E-Banking. “Ich sitze nicht mehr in Meetings. Das finde ich gut! Ich muss auch nicht mehr so viel Neues lernen. Dafür bin ich dankbar. Das hatte ich über so viele Jahre. Der Job, die Atmosphäre, die Kollegen passen gut zu mir. Ich weiss zu schätzen, dass auf mich und meine Bedürfnisse eingegangen wurde.” Dann erzählt sie, wieviel Freude ihr die jungen KollegInnen machen, wie erfrischend der Austausch mit ihnen sei. Einmal mehr wird Susannas ganze Warmherzigkeit spürbar. “Ich werde sie alle vermissen, wenn ich in Pension gehe”, sagt sie, “aber es ist irgendwie auch schön zu wissen, dass es vorbei geht.”

 


Simona Arnold, Kundenservice-Center Solothurn

 “Ich habe jeden Tag sehr viel Kontakt mit Susanna. Wir sitzen vis-à-vis. Tatsächlich ist sie für mich ein weiterer Grund, wieso ich jeden Tag gern zur Arbeit komme. Susanna hat ein tolles Einfühlungsvermögen, ist hilfsbereit und wird von allen geschätzt. Ihr Wissen aus vielen Jahren Berufspraxis ist unbezahlbar.”

Dominik Schäfer, Kundenservice Center Solothurn

Die positive Ausstrahlung von Susanna ist auf dem ganzen Stock fühlbar. Nebst dem, dass unsere “gute Seele” ihre Arbeit gewissenhaft und zuverlässig erledigt, hat sie für alle ein offenes Ohr. Sie sorgt stets für gute Laune und unterstützt uns wo sie kann. Ich schätze ihre Ehrlichkeit. Sie ist einfach eine tolle Arbeitskollegin!

 

Thomas Maurer, Teamleiter Fertigung Kundenservice-Center Solothurn

“Susanna ist die Frohnatur in Person. Es tut immer gut, wenn Sie im Büro ist. Sie nennt sich selbst “Grossmutter” der Abteilung und betrachtet die jungen Mitarbeiter als ihre Schäfchen. Ihre Art ist besonders, weil sie immer ehrlich ist und nachfragt, wenn sie etwas nicht versteht. Sie ist umso dankbarer für Hilfe, wenn es ab und zu hektisch wird.”

 


Eine gute Seele kommt selten allein. Lies weiter!

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