Videobewerbung – Aus der Masse hervorstechen



SicherheitshirschIm Moment tauchen immer wieder Videos auf, in denen Unternehmen (wir auch) die typische Bewerbungssituation umdrehen. Das Unternehmen bewirbt sich im Video bei euch. Aber es gibt natürlich auch Kandidaten, die sich per Video bewerben.  Im Laufe des letzten Monats erhielten wir solch eine Bewerbung in Video-Form. Wir fanden das sehr interessant und nehmen es heute zum Anlass euch einige Tipps mitzugeben, damit euer Bewerbungsvideo ein Erfolg wird.

Grundsätzlich finden wir, dass eine Videobewerbung eine gute Idee ist:

  • Der Bewerber kann sich wirklich hervorheben von den anderen Bewerbern. Bis jetzt haben wir sehr selten Bewerbungen erhalten, die ein Video enthielten. Daher kann dies also wirklich etwas besonderes sein.
  • Das Video vermittelt uns als Recruiter bereits vor dem ersten Kennenlernen einen persönlicheren Eindruck von euch als Bewerber.
  • Da die Videobewerbunge (heutzutage noch) kein Standard ist, habt ihr wesentlich mehr Gestaltungsfreiheit als bei einer klassischen Bewerbung. (Einiges solltet ihr natürlich beachten – dazu später mehr) Ihr könnt euch also so präsentieren, wie ihr es für euch am besten findet.

Auch wenn es für Videobewerbungen (noch) keine Standards gibt wie, z.B. für den CV, solltet ihr auf einige Dinge achten:

  • Aufnahmequalität: Das Video sollte eine gute Qualität haben. Die Auflösung sollte so hoch sein, dass das Video auf keinen Fall pixelig wirkt. Ausserdem sollte der Ton ebenfalls gut sein.
  • Aufnahmeort: Ihr solltet euch für den Drehort etwas dem Job angepasstes aussuchen. Ausserdem solltet ihr bedenken, welche Rückschlüsse der Drehort auf eure Erwartungen an den Arbeitsort ziehen lässt. Das Bewerbungsvideo, das wir erhalten haben, wurde in einem sehr grossen Einzelbüro gedreht, das aufwendig ausgestattet war. Für diese Position wäre aber ein Arbeitsplatz in einem Teambüro mit sechs anderen Mitarbeitenden vorgesehen. Da fragen wir uns natürlich schon, ob der im Video dargestellte Arbeitsplatz so vom Bewerber erwartet wird.
  • Kleidung: Auch eure Kleidung sollte der Stelle angepasst sein. Jeans und T-Shirt sind daher (meistens) nicht angemessen. Ihr könnt natürlich in das Video einen Teil einbinden, der eure Freizeitinteressen darstellt. Aber auch hier gelten die Grundregeln für Kleidung bei Bewerbungen: Sie sollte sauber und ordentlich sein und nicht zu unseriös wirken.
  • Inhalt: Im Video müsst ihr natürlich mit dem überzeugen, was ihr sagt oder ausdrückt. Ausserdem schalten die Zuschauer bei zu langen Videos oft ab und schauen nicht mehr zu. Daher gilt bei einer Videobewerbung (wie sonst oft auch): In der Kürze liegt die Würze.  Überlegt euch also genau, welche Botschaften ihr vermitteln wollt. Der Inhalt über euch als Person sollte wahr sein und der Stelle angepasst.
  • Authentisch: Das Video sollte euch so darstellen, wie ihr wirklich seid. Eingeübte Gesten, z.B. wirken in einem Video schnell unnatürlich. Deshalb lasst diese Dinge lieber sein. Ziel des Videos ist es schliesslich, dass ihr sympathisch und für die Position passend auf den Zuschauer wirkt.

Auch wenn ein Bewerbungsvideo eine aufwendige Art des Bewerbens ist, kann es sich durchaus lohnen. Aber selbst bei einer Bewerbung mit einem tollen Video sollten die üblichen Bewerbungsunterlagen nicht fehlen. Nur so kann sich der Recruiter und das zukünftige Team ein umfassendes Bild von euch als Bewerber machen.

Ich freue mich auf die nächsten Videobewerbungen. Wer von euch hat sich schonmal mit einem Video beworben? Was waren eure Erfahrungen? – Lydia

 

 

  • http://www.jobanzeigen.de Sina M.

    Oft hat man es als Bewerber schwer aus der Masse herauszustechen, eine normale Bewerbung kann leicht unter dem Berg anderer Bewerbungsunterlagen verschwinden, daher finde ich die Idee mit der Video-Bewerbung wirklich gut. Bei Xing beispielsweise gibt es jetzt auch die Möglichkeit für Unternehmen sich mit Videos vorzustellen, warum also nicht auch die gleiche Chance für Bewerber? Allerdings glaube ich, dass es nur so lange eine gute Idee ist, bis der Markt auch mit solchen Bewerbungen überschwemmt wird. Schließlich kann man eine schriftliche Bewerbung mal eben überfliegen, bei einem Video geht das nicht. Als Zusatz zu den normalen Unterlagen ist es aber sicherlich eine bereichernde Idee. Schon alleine mit der Mühe, die man sich gemacht hat, sticht man aus der Masse hervor. Vielleicht werde ich diese Möglichkeit demnächst auch einmal ausprobieren.

    • Lydia Welzel

      Liebe Sina! Ich finde es gut, dass du es mal ausprobieren möchtest und stimme dir zu, dass man als Bewerber nur mit einem Video hervorstechen kann, solange es noch nicht üblich ist. – Lydia

  • Andreas

    Sehr lustig . . . Auf der einen Seite heisst es “authentisch” auf der anderen Seite stehen der Aufnahmeort und die Kleidung im krassen Gegensatz dazu. Was uns das zeigt? Es zeigt, dass in vielen Firmen noch nicht angekommen ist, dass es wichtig ist, wie sich der Mitarbeiter fühlt, denn nur ein glücklicher Mitarbeiter ist ein produktiver Mitarbeiter.

    Natürlich spreche ich nicht davon, dass jemand in versiffter Kleidung auf der Arbeit erscheinen soll, nur ich kann immer nur empfehlen sich so anzuziehen, wie man sich wohl und sicher fühlt. Nichts sieht so bescheuert aus, wie ein Mensch, der in Anzug und Krawatte gequetscht gar nicht so angezogen sein will und der z. b. mit einem ordentlichen Polo oder Pullover auftritt.

    Jetzt werden mir einige Versicherungsleute sicherlich widersprechen von wegen “Außenwirkung” und dabei vergessen, dass die einzige Außenwirkung, die Innendienstler haben ihre Stimme am Telefon und ihr Geschreibsel (wenn es denn nicht Textbausteine sind) sind.

    Und was den Außendienst betrifft, billige Anzüge sehen bei vielen auch einfach billig aus, das gilt im übrigen auch für schlecht sitzende Anzüge von Direktoren, Vorständen und Co.

    • Lydia Welzel

      Hallo Andreas

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Du hast natürlich Recht – nur ein glücklicher Mitarbeiter ist ein produktiver Mitarbeiter. Aber Authentizität und gepflegte Erscheinung ist nicht unbedingt ein Gegensatz. Natürlich muss sich nicht jeder in einem Anzug präsentieren. Jedoch sollte man schon darauf achten, dass man – besonders im Bewerbungsprozess – seriös wirkt. Aber das kann man, je nach Position, auch in einer dunklen Jeans und einem schönen Polo oder Hemd erreichen. Man sollte sich auf jeden Fall so kleiden, wie man auch zum Bewerbungsgespräch gehen würde. Dies kann ja auch in ordentlichen Jeans und Polo sein. Auch was den Aufnahmeort angeht erwarten wir nicht, dass sich jemand völlig verstellt. Es ist aber nicht ideal, wenn der/die Bewerber/in ein Video mit der Webcam dreht und man im Hintergrund ein unaufgeräumtes Schlafzimmer sieht. Authentisch beziehen wir sehr stark auf die Persönlichkeit des/der Bewerbenden. Einstudierte Gesten und auswendig gelernte Sätze wirken leider auch in Videos sehr gekünstelt und nicht sehr sympathisch.

      Wie du siehst, sehen wir das auch nicht schwarz/weiss und freuen uns über kreative Ansätze von Bewerbern. :) Aber Bewerber sollte doch immer die Stelle im Hinterkopf haben und das Video darauf abstimmen.

      Liebe Grüsse,
      Lydia