Anschreiben: Motivation statt Wiederholung des Lebenslaufes!



SicherheitshirschHeute gibt es von mir einen Montagstipp zu einem Thema, das mir täglich bei der Durchsicht von neuen Bewerbungen auffällt: Es geht um das Anschreiben. Dies ist aus meiner Sicht der Teil eurer Bewerbung, in der ihr uns Recruiter von euch und vor allem eurer Motivation überzeugen könnt. Hier könnt ihr eure persönliche Note einfliessen lassen.

Leider wird das Anschreiben noch viel zu oft als Wiederholung des Lebenslaufes genutzt. Vielleicht, weil es früher das erste Dokument in der Bewerbungsmappe war und der Personaler es als erstes sehen konnte?! Das ist heute dank der Onlinebewerbung nicht mehr so. Ich schaue mir als erstes den Lebenslauf an. (Tipps zum Lebenslauf findet ihr übrigens hier: http://on.fb.me/lNlchG ). Ich kann mich hier nur wiederholen: Der Lebenslauf ist das Herzstück.  Erst wenn der Bewerber den Lebenslauf-Check bestanden hat, widme ich mich dem Anschreiben.

Wenn ich den Lebenslauf gesehen habe, weiss ich bereits einiges über den Bewerber. Daher bin ich immer wieder enttäuscht, wenn das Anschreiben nur eine Wiederholung des Lebenslaufes ist. Natürlich könnt ihr hier eure wichtigsten Qualifikationen und Kenntnisse kurz ins Gedächtnis des Personalers rufen. Aber beim Anschreiben will ich eigentlich lesen, warum der Bewerber sich bei uns bewirbt. Warum Baloise? Warum diese Stelle? Das Anschreiben  ist somit also eher als Motivationsschreiben zu verstehen.

Ich will dann auch nicht die 08/15-Standardanschreiben lesen, die auf die Hälfte aller Unternehmen zutreffen. Ich will herauslesen, dass der Bewerber nicht nur die Firmennamen für jede neue Bewerbung ausgetauscht hat, sondern ich will lesen, dass der Bewerber sich wirklich mit uns auseinandergesetzt hat. Er (oder sie – das gilt für alle) hat sich Gedanken gemacht, hat sich vor der Bewerbung überlegt, warum es überhaupt ein Unternehmen ist, bei dem er sich bewerben will.

Kurz: Ich will das Feuer, die Motivation spüren. Das Feuer, das ich später bei guten Bewerbern in den Augen sehe und in der Stimme spüre, und die schon deshalb überzeugender sind!
Übrigens: Wenn ihr euch vor der Bewerbung schon gründlich mit dem Unternehmen und der Stelle auseinandergesetzt habt, ist das bereits die halbe Miete für eure Vorbereitung zum ersten Gespräch!

Und jetzt freue ich mich auf individuelle, motivierte Anschreiben, die mich neugierig machen diese Personen, die solch eine Motivation besitzen, besser in einem ersten (Telefon-)Gespräch kennenzulernen. – Lydia